Und wieder hat der Spanier nicht in der Kummerkasten Rubrik geschrieben 😱
07.10.2026 18:50
Und wieder hat der Spanier nicht in der Kummerkasten Rubrik geschrieben 😱
07.10.2026 18:50
Und wieder hat der Spanier nicht in der Kummerkasten Rubrik geschrieben 😱
Da gehören seine Blogs doch hin!!
Kommentare
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(Nutzer gelöscht) 07.10.2026 18:51
Er fühlt sich halt nicht anerkannt und missverstanden 😆
Schattenkoenig 07.10.2026 18:54
Er war schon als Renegade dem Labersack unterlegen.
Es kann nur einen geben, dass er das nicht begreift. Was ist daran so schwer?
Es kann nur einen geben, dass er das nicht begreift. Was ist daran so schwer?
Schattenkoenig 07.10.2026 19:00
Er hat gedacht, das Auswandern mit seiner lieben, netten und auch etwas älteren Frau schafft ihm Respekt. Dumm nur, dass er nicht imstande war, sich in korrekter Anzugkleidung zu präsentieren, dieser Angeber.
Entweder kommen beide mit KI-Überarbeitung oder mit Tüte über dem Kopf. Jetzt möchte ich damit den beiden nicht unterstellen, sie seien hässlich. Sie möchten nur nicht erkannt werden.
Entweder kommen beide mit KI-Überarbeitung oder mit Tüte über dem Kopf. Jetzt möchte ich damit den beiden nicht unterstellen, sie seien hässlich. Sie möchten nur nicht erkannt werden.
nichtecht 07.10.2026 19:05
Wenn die blockieren Fraktion doch im Kummerkasten schreiben würden,wären die doch ganz unter sich.
Wer macht diese Kategorie schon auf?
Da könnten sich doch alle die keinen Widerspruch erwarten doch treffen.
BEThelMAN,Spanier plus Anhang,Zeli,Leelou usw.dann müssten die doch nicht der Allgemeinheit bei 40GOLD auf den Geist gehen.
Da können die sich doch liken wie sie wollen.
Und wenn doch Mal jemand was wirklich interessantes zum mitteilen hat: andere User würden es begrüßen wenn sie dazu eingeladen werden.
Aber😱😱
Wer macht diese Kategorie schon auf?
Da könnten sich doch alle die keinen Widerspruch erwarten doch treffen.
BEThelMAN,Spanier plus Anhang,Zeli,Leelou usw.dann müssten die doch nicht der Allgemeinheit bei 40GOLD auf den Geist gehen.
Da können die sich doch liken wie sie wollen.
Und wenn doch Mal jemand was wirklich interessantes zum mitteilen hat: andere User würden es begrüßen wenn sie dazu eingeladen werden.
Aber😱😱
nichtecht 07.10.2026 19:09
Und Leute die auswandern um zu sparen,finde ich gut!
In Deutschland leben ist halt teuer.
In Deutschland leben ist halt teuer.
Schattenkoenig 07.10.2026 19:11
Ich habe es ja bereits schon einmal erwähnt. Wenn ich die Absicht hätte, auszuwandern, dann ginge hinter mir der Schlagbaum runter.
Schattenkoenig 07.10.2026 19:20
Aber jetzt mal ehrlich, wer hier nicht zufrieden ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
nichtecht 07.10.2026 19:24
Das Ruhrgebiet ist der schönste Teil Deutschlands.
Darum wohnen die meisten dort
Darum wohnen die meisten dort
(Nutzer gelöscht) 07.10.2026 19:26
Einer wollte unbedingt nach Texas auswandern. Naja.
W202 07.10.2026 22:52
Guten Abend,
Gott sei Dank lassen dem Schönling seine Erfolge seit längerem, nach.
Die teilweise armen goldigen Bürger begreifen es allmählich...
Gott sei Dank lassen dem Schönling seine Erfolge seit längerem, nach.
Die teilweise armen goldigen Bürger begreifen es allmählich...
(Nutzer gelöscht) 08.10.2026 06:12
News
Ratgeber
Gesundheit & Fitness
Interview
Häufig in der Jugend
Bahnt sich Schizophrenie an? Arzt nennt typische Alarmzeichen
Aktualisiert am 07.10.2026, 20:18 Uhr
Über Schizophrenie halten sich viele Vorurteile. © Getty Images/Iryna Shek
Lesedauer:
9 Min.
Wahnvorstellungen, Stimmenhören, Halluzinationen: Diese Symptome gehen mit Schizophrenie einher. Was sie für Betroffene und deren Angehörige bedeuten, weiß Michael Rentrop, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er klärt im Interview auch über häufige Irrtümer auf und warnt vor einer Stigmatisierung.
Ein Interview
von Sophie Bierent
Bei den meisten Betroffenen geht es in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter los – häufig mit einer langen Vorphase mit unspezifischen Veränderungen. Dann sind sie da: Wahnvorstellungen, etwa das Gefühl, verfolgt, beobachtet oder bedroht zu werden, oder Halluzinationen. Das sind typische Symptome der Schizophrenie, einer Gruppe psychotischer Erkrankungen. "Auch das Denken kann sich verändern: Manche Betroffene glauben beispielsweise, ihre Gedanken würden von außen eingegeben oder entzogen", erklärt Michael Rentrop, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Diese Veränderungen lassen sich auch im Gehirn feststellen. Eine Rolle spielt dabei offenbar das limbische System, das für Wahrnehmung, Denken und Handeln wichtig ist. "Dort zeigt sich bei Betroffenen häufig eine Überaktivität des Dopaminstoffwechsels", sagt Rentrop. Doch wie kommt es überhaupt zur Schizophrenie und was bedeutet die Diagnose für Betroffene und Angehörige? Das erklärt der Chefarzt im Fachbereich Klinische Sozialpsychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg im Interview.
Herr Rentrop, manchmal wird "schizophren" im Alltag als Schimpfwort benutzt. Was ist für die Betroffenen schlimmer – die Krankheit selbst oder das Stigma in der Gesellschaft?
Michael Rentrop ist Chefarzt des Fachbereichs Klinische Sozialpsychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Privatdozent an der TU München. © kbo-Inn-Salzach-Klinikum
Michael Rentrop: Es ist ein verbreitetes Vorurteil, dass Menschen mit Schizophrenie "verrückt" seien. Tatsächlich kann sich ihre Wahrnehmung stark von der gemeinsam geteilten Realität unterscheiden. Viele Betroffene fürchten diese Zuschreibung selbst sehr. Und ja, Schizophrenie ist stark stigmatisiert.
Lassen Sie uns diese Vorurteile abbauen: Erklären Sie uns bitte das Krankheitsbild.
In akuten Phasen erleben Betroffene die Welt oft anders, hören etwa Stimmen, fühlen sich bedroht oder entwickeln Ängste, die andere nicht nachvollziehen können. Zum Beispiel passiert es häufig, dass Menschen Angst haben, vergiftet zu werden, und dann nichts mehr essen oder nur noch mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen Nahrung zu sich nehmen. Das fällt natürlich auf und kann zu Ausgrenzung führen. Für viele Betroffene ist die Erkrankung sehr schambesetzt, besonders wenn sie im sozialen Umfeld durch ungewöhnliches oder irrational wirkendes Verhalten aufgefallen sind.
Viele denken, dass Schizophrenie etwas mit gespaltenen Persönlichkeiten zu tun hat.
Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis. Der Begriff Schizophrenie wurde historisch als "Spaltungsirresein" geprägt, gemeint war aber keine multiple Persönlichkeit. Die Erkrankung betrifft vielmehr verschiedene Bereiche der Psyche: Denken, Fühlen, Wollen und Handeln. Die Fähigkeiten der Betroffenen gehen dabei nicht grundsätzlich verloren, auch wenn sie in einer akuten Phase stark eingeschränkt sein können.
Ein weiteres Vorurteil ist auch, dass Betroffene gefährlich sind. Was steckt dahinter?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. In der Gesamtkriminalitätsstatistik fallen Menschen mit Schizophrenie nicht stärker auf als die Allgemeinbevölkerung. Bei Gewaltdelikten gibt es jedoch eine kleine Gruppe: meist Menschen, die nicht oder schlecht behandelt werden, zusätzlich Substanzen konsumieren und unter hohem innerem Druck stehen. Gefahr besteht dann vor allem für das nähere Umfeld.
Wenn man sich zum Beispiel etwas einbildet, das nicht so ist?
Ja, genau. Ein Beispiel: Jemand glaubt, eine vertraute Person aus dem engeren Umfeld sei durch einen Außerirdischen ersetzt worden und sehe nun aus wie diese Person. Aus Angst und dem Gefühl, einer unheimlichen Bedrohung ausgesetzt zu sein, kann es in Einzelfällen zu Gewalt kommen.
"Bei einer psychotischen Entwicklung besteht oft zunächst ein diffuses Unwohlsein: Die Welt fühlt sich fremd oder bedrohlich an, ohne dass Betroffene genau sagen können, warum."
Michael Rentrop
Wie unterscheidet man reale Angst von Wahnvorstellungen?
Reale Angst hat einen nachvollziehbaren Anlass – etwa, wenn man nachts allein einen dunklen Weg gehen muss und sich verfolgt fühlt. Bei einer psychotischen Entwicklung besteht oft zunächst ein diffuses Unwohlsein: Die Welt fühlt sich fremd oder bedrohlich an, ohne dass Betroffene genau sagen können, warum. Später kann daraus eine feste, nicht nachvollziehbare Überzeugung entstehen, etwa, vom Geheimdienst überwacht oder aus dem Weltraum bestrahlt zu werden. Wahnthemen greifen oft aktuelle gesellschaftliche Ereignisse auf.
Warum dauert es oft so lange, bis die Erkrankung erkannt wird?
Für Betroffene ist es schwer, ihre Erlebnisse als Krankheit einzuordnen. Viele fühlen sich zunächst nicht krank, sondern vor allem bedroht oder verängstigt. Manche suchen Hilfe, weil sie merken, dass Stimmen oder andere Wahrnehmungen nicht real sein können. Die frühe Phase ist oft unspezifisch und sieht aus wie eine Adoleszenzkrise.
Inwiefern?
Die ersten Veränderungen ähneln manchmal einer Krise in der Jugend. Manche gefährdeten jungen Menschen konsumieren dann Cannabis, um sich zu beruhigen. Das kann die Situation jedoch verschlimmern, weil THC den Dopaminstoffwechsel beeinflusst. In der Praxis sehen wir deshalb häufiger psychotische Störungen bei jungen Menschen mit frühem und intensivem Cannabiskonsum.
Wie unterscheidet man jugendliche Rebellion von ersten Warnzeichen?
Fachleute warnen
Perfektionismus bis zum Burnout
07. August 2026
Ein Warnzeichen könnte sein, dass jemand einen plötzlichen Leistungseinbruch hat: Jemand, der zuvor gut zurechtkam, kann sich plötzlich nicht mehr konzentrieren, Texte nicht mehr verstehen oder Aufgaben nicht mehr bewältigen. Weitere Hinweise sind ein anhaltender sozialer Rückzug, der Verlust früherer Interessen oder eine starke Fixierung auf ein einzelnes Thema. Entscheidend ist eine tiefgreifende Veränderung gegenüber dem früheren Verhalten. Das wären so Alarmzeichen.
Das könnte bei Teenagern aber auch einfach fehlende Lust auf Schule sein.
Man kann meist schon unterscheiden, ob jemand nur unmotiviert ist oder sich tatsächlich nicht mehr konzentrieren und Zusammenhänge nicht mehr erfassen kann. Im Gespräch zeigt sich manchmal auch, dass Gedankengänge sprunghaft, unlogisch oder schwer nachvollziehbar werden. Das nennt man formale Denkstörungen.
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Frauen erkranken im Durchschnitt etwas später. Bei ihnen gibt es außerdem einen zweiten Erkrankungsgipfel rund um die Menopause. Vermutlich spielt Östrogen dabei eine schützende Rolle. Bei Männern beginnt die Erkrankung meist vor dem 35. Lebensjahr; danach wird sie deutlich seltener erstmals diagnostiziert.
Und welche Rolle spielt die Genetik? Kann man vorsorgen?
Die Krankheit selbst wird nicht vererbt – allerdings eine erhöhte Anfälligkeit. In der Allgemeinbevölkerung liegt das Risiko bei etwa einem Prozent. Sind beide Eltern betroffen, steigt es deutlich; bei eineiigen Zwillingen liegt es bei etwa 50 Prozent. Wer ein erhöhtes Risiko hat, sollte Cannabis, Halluzinogene sowie Substanzen wie Kokain und Amphetamine meiden. Bei ersten Veränderungen ist es sinnvoll, früh Beratung oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen.
"Ich befürchte, dass wir künftig mehr junge Menschen mit psychotischen Erkrankungen sehen werden. Das ist keine konservative Haltung, sondern eine Sorge aus der klinischen Erfahrung."
Michael Rentrop
Das heißt, THC könnte die Erkrankung dann erst auslösen?
Schizophrenie entsteht meist durch mehrere Faktoren. Menschen haben unterschiedlich ausgeprägte Vulnerabilitäten, also innere Verletzlichkeiten. Treffen genetische Veranlagung, Stress, Überforderung oder biologische Faktoren wie Cannabiskonsum zusammen, kann eine Erkrankung ausbrechen. Das wird als Vulnerabilitäts-Stress-Modell bezeichnet. Ich befürchte, dass wir künftig mehr junge Menschen mit psychotischen Erkrankungen sehen werden. Das ist keine konservative Haltung, sondern eine Sorge aus der klinischen Erfahrung.
Wie behandeln Sie Menschen mit Schizophrenie?
Das hängt davon ab, wie sie in die Klinik kommen. Manche suchen gemeinsam mit Angehörigen Hilfe, andere werden erst durch Polizei oder Rettungsdienst gebracht, wenn sie wegen ihrer Ängste oder Wahnvorstellungen auffällig handeln. Wer freiwillig kommt, kann häufig auf einer offenen Station behandelt werden. Bei einer akuten Gefährdung kann eine geschützte Station notwendig sein.
Erst mal folgt eine gründliche Diagnostik. Es muss ausgeschlossen werden, dass körperliche oder neurologische Erkrankungen hinter den Symptomen stehen. Dazu gehören unter anderem Blutuntersuchungen, MRT-Aufnahmen und bei Ersterkrankungen oft auch eine Untersuchung des Nervenwassers. Parallel beginnt meist eine medikamentöse Behandlung, etwa um Schlaf, Angst und Anspannung zu verbessern.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Das kann man nicht allgemein sagen. Bei einer ersten Erkrankung können Betroffene oft nach drei bis vier Wochen aus der Klinik entlassen werden. In dieser Zeit erfolgen Diagnostik, Behandlung und die Stabilisierung für den Alltag. Bei schweren oder wiederholten Erkrankungen kann der Aufenthalt deutlich länger dauern.
Auch, weil die Krankheit in Schüben verläuft …
Analyse
Pflegeeinstufung
Diese Krankheit sieht man Betroffenen nicht an – zu ihrem finanziellen Nachteil
vor 22 Tagen von Carina Frey (RiffReporter)
Ja, häufig verläuft sie in Krankheitsschüben. Viele Betroffene sind nach einem Schub wieder vollständig stabil. Bei anderen bleiben Einschränkungen zurück, etwa eine geringere Belastbarkeit, Konzentrationsprobleme oder einzelne Symptome wie Stimmenhören und Verfolgungsgefühle. Manche müssen ihren Alltag, ihre Ausbildung oder ihre beruflichen Ziele deshalb anpassen. Die Erkrankung kann aber sehr unterschiedlich verlaufen.
Heute können wir die Symptome mit Medikamenten meist deutlich lindern. Vor der Entwicklung moderner Therapien mussten viele Menschen jahrzehntelang in psychiatrischen Kliniken leben. Das ist heute in dieser Form nicht mehr der Fall. Wichtig ist, die Behandlung nicht zu früh abzubrechen. Nach einer ersten Krankheitsphase sollten Medikamente meist ein bis zwei Jahre eingenommen werden, bei wiederholten Episoden oft drei bis fünf Jahre oder länger. Manche Menschen benötigen sie dauerhaft. Leider passiert es immer wieder, dass Menschen aufhören ihre Tabletten zu nehmen.
Woran liegt das? Hören sie dann plötzlich wieder eine Stimme, die ihnen sagt: "Nimm das nicht!"?
Ja, das könnte passieren. Man kann auch mit Medikamenten plötzlich wieder Symptome entwickeln. Viel häufiger aber fühlen sich Betroffene wieder gesund und fragen sich, warum sie weiter Medikamente nehmen sollen. Hinzu kommen mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder das Gefühl, emotional weniger intensiv zu erleben. Nach dem Absetzen geht es manchen zunächst sogar kurz besser – dann kann die Erkrankung aber mit voller Stärke zurückkehren. Und diese Rückfälle sind oft schwerer zu behandeln und verschlechtern die langfristige Prognose. Je länger eine Psychose unbehandelt bleibt, desto ungünstiger ist sie meist.
Menschen mit Schizophrenie sterben im Schnitt deutlich früher. Woran liegt das?
Das hat mehrere Gründe. Viele Betroffene rauchen sehr viel, auch weil Nikotin beruhigend wirken kann. Und viele rauchen wirklich massiv: 40 oder 60 Zigaretten am Tag, und das über viele, viele Jahre. Hinzu kommt, dass Vorsorgeuntersuchungen und körperliche Beschwerden manchmal vernachlässigt werden, weil einfach der Antrieb fehlt. Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle: Manche Menschen leben in schwierigen Verhältnissen oder werden wohnungslos. Vor allem in Großstädten wie Berlin leben einige Menschen mit chronischen schizophrenen Erkrankungen auf der Straße. Außerdem sind körperliche Behandlungen für schwer psychisch Erkrankte nicht immer leicht zugänglich, etwa weil eine Spezialklinik weit entfernt ist. All das kann die Lebenserwartung senken.
Schizophrenie: So viele Menschen sind betroffen
Laut der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) kommt Schizophrenie etwa so häufig vor wie chronisches Rheuma: Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist einmal im Leben betroffen.
Wer dabei häufig vergessen wird, sind die Angehörigen, die es oft schwer haben.
Ja. Besonders belastend ist es, wenn jemand mit Angehörigen zusammenlebt, die Erkrankung aber nicht einsieht und keine Hilfe annimmt. Zusätzlich dürfen Ärztinnen und Ärzte ohne Einwilligung der Betroffenen oft nur begrenzt mit der Familie sprechen. Angehörige brauchen deshalb selbst Unterstützung und Informationen. Angehörigenverbände, Gruppen und Beratungsangebote können helfen, mit der Situation besser umzugehen.
Wie ist das Zusammenleben, wenn der Partner die Diagnose bekommt?
Viele Betroffene erhalten nicht sofort die Diagnose Schizophrenie. Bei frühen oder kurzen psychotischen Episoden ist die Behandlung oft besonders erfolgreich. Wer sich behandeln lässt und Medikamente lange genug einnimmt, hat gute Chancen auf ein weitgehend normales Leben. Auch nach einer schweren ersten Episode erholen sich viele gut. Allerdings erleben rund 85 Prozent weitere Krankheitsschübe. Ein kleiner Teil spricht schlechter auf die Behandlung an und behält Restsymptome. Das kann für Beziehungen sehr belastend sein.
Kann man im Umgang mit Betroffenen fatale Fehler machen?
Definitiv. Ein Fehler wäre, gravierende Veränderungen einfach hinzunehmen und nichts zu unternehmen – etwa, wenn jemand sich über Jahre völlig zurückzieht, keine Tagesstruktur mehr hat und keine Hilfe erhält. Suizidankündigungen müssen immer ernst genommen werden! Dann sollte sofort professionelle Hilfe organisiert werden, etwa über Krisendienste. Problematisch kann auch sein, Betroffene pauschal vom Absetzen ihrer Medikamente zu überzeugen. Was hilft: sich gut zu informieren, Kontakt zu Angehörigengruppen aufzunehmen und in Kliniken nach Beratungsangeboten zu fragen.
"Wichtig ist: Die Hoffnung sollte nie verloren gehen. Selbst nach schwierigen Jahren kann sich ein Zustand wieder verbessern."
Michael Rentrop
Was würden Sie Betroffenen und ihren Angehörigen gern noch mitgeben?
Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über ein gutes und abgestuftes Versorgungssystem. Auch bei schweren oder wiederkehrenden Verläufen gibt es viele Hilfsangebote – von ambulanter Behandlung und Rehabilitation über betreute Wohngruppen bis zu stationären Einrichtungen. Wichtig ist: Die Hoffnung sollte nie verloren gehen. Selbst nach schwierigen Jahren kann sich ein Zustand wieder verbessern. Viele Betroffene können mit passender Hilfe ein selbstbestimmtes Leben führen.
Über den Gesprächspartner
PD Dr. med. Michael Rentrop ist seit 2019 Chefarzt des Fachbereichs Klinische Sozialpsychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Privatdozent an der TU München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen und schizophrenen Psychosen.
Hilfsangebote
Wenn du selbst oder eine dir nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen ist, wende dich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 0800/1110-111 (Deutschland), 142 (Österreich), 143 (Schweiz).
Anlaufstellen für verschiedene Krisensituationen im Überblick findest du hier.
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Interview
Häufig in der Jugend
Bahnt sich Schizophrenie an? Arzt nennt typische Alarmzeichen
Aktualisiert am 07.10.2026, 20:18 Uhr
Über Schizophrenie halten sich viele Vorurteile. © Getty Images/Iryna Shek
Lesedauer:
9 Min.
Wahnvorstellungen, Stimmenhören, Halluzinationen: Diese Symptome gehen mit Schizophrenie einher. Was sie für Betroffene und deren Angehörige bedeuten, weiß Michael Rentrop, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er klärt im Interview auch über häufige Irrtümer auf und warnt vor einer Stigmatisierung.
Ein Interview
von Sophie Bierent
Bei den meisten Betroffenen geht es in der späten Jugend oder im frühen Erwachsenenalter los – häufig mit einer langen Vorphase mit unspezifischen Veränderungen. Dann sind sie da: Wahnvorstellungen, etwa das Gefühl, verfolgt, beobachtet oder bedroht zu werden, oder Halluzinationen. Das sind typische Symptome der Schizophrenie, einer Gruppe psychotischer Erkrankungen. "Auch das Denken kann sich verändern: Manche Betroffene glauben beispielsweise, ihre Gedanken würden von außen eingegeben oder entzogen", erklärt Michael Rentrop, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Diese Veränderungen lassen sich auch im Gehirn feststellen. Eine Rolle spielt dabei offenbar das limbische System, das für Wahrnehmung, Denken und Handeln wichtig ist. "Dort zeigt sich bei Betroffenen häufig eine Überaktivität des Dopaminstoffwechsels", sagt Rentrop. Doch wie kommt es überhaupt zur Schizophrenie und was bedeutet die Diagnose für Betroffene und Angehörige? Das erklärt der Chefarzt im Fachbereich Klinische Sozialpsychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg im Interview.
Herr Rentrop, manchmal wird "schizophren" im Alltag als Schimpfwort benutzt. Was ist für die Betroffenen schlimmer – die Krankheit selbst oder das Stigma in der Gesellschaft?
Michael Rentrop ist Chefarzt des Fachbereichs Klinische Sozialpsychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Privatdozent an der TU München. © kbo-Inn-Salzach-Klinikum
Michael Rentrop: Es ist ein verbreitetes Vorurteil, dass Menschen mit Schizophrenie "verrückt" seien. Tatsächlich kann sich ihre Wahrnehmung stark von der gemeinsam geteilten Realität unterscheiden. Viele Betroffene fürchten diese Zuschreibung selbst sehr. Und ja, Schizophrenie ist stark stigmatisiert.
Lassen Sie uns diese Vorurteile abbauen: Erklären Sie uns bitte das Krankheitsbild.
In akuten Phasen erleben Betroffene die Welt oft anders, hören etwa Stimmen, fühlen sich bedroht oder entwickeln Ängste, die andere nicht nachvollziehen können. Zum Beispiel passiert es häufig, dass Menschen Angst haben, vergiftet zu werden, und dann nichts mehr essen oder nur noch mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen Nahrung zu sich nehmen. Das fällt natürlich auf und kann zu Ausgrenzung führen. Für viele Betroffene ist die Erkrankung sehr schambesetzt, besonders wenn sie im sozialen Umfeld durch ungewöhnliches oder irrational wirkendes Verhalten aufgefallen sind.
Viele denken, dass Schizophrenie etwas mit gespaltenen Persönlichkeiten zu tun hat.
Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis. Der Begriff Schizophrenie wurde historisch als "Spaltungsirresein" geprägt, gemeint war aber keine multiple Persönlichkeit. Die Erkrankung betrifft vielmehr verschiedene Bereiche der Psyche: Denken, Fühlen, Wollen und Handeln. Die Fähigkeiten der Betroffenen gehen dabei nicht grundsätzlich verloren, auch wenn sie in einer akuten Phase stark eingeschränkt sein können.
Ein weiteres Vorurteil ist auch, dass Betroffene gefährlich sind. Was steckt dahinter?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. In der Gesamtkriminalitätsstatistik fallen Menschen mit Schizophrenie nicht stärker auf als die Allgemeinbevölkerung. Bei Gewaltdelikten gibt es jedoch eine kleine Gruppe: meist Menschen, die nicht oder schlecht behandelt werden, zusätzlich Substanzen konsumieren und unter hohem innerem Druck stehen. Gefahr besteht dann vor allem für das nähere Umfeld.
Wenn man sich zum Beispiel etwas einbildet, das nicht so ist?
Ja, genau. Ein Beispiel: Jemand glaubt, eine vertraute Person aus dem engeren Umfeld sei durch einen Außerirdischen ersetzt worden und sehe nun aus wie diese Person. Aus Angst und dem Gefühl, einer unheimlichen Bedrohung ausgesetzt zu sein, kann es in Einzelfällen zu Gewalt kommen.
"Bei einer psychotischen Entwicklung besteht oft zunächst ein diffuses Unwohlsein: Die Welt fühlt sich fremd oder bedrohlich an, ohne dass Betroffene genau sagen können, warum."
Michael Rentrop
Wie unterscheidet man reale Angst von Wahnvorstellungen?
Reale Angst hat einen nachvollziehbaren Anlass – etwa, wenn man nachts allein einen dunklen Weg gehen muss und sich verfolgt fühlt. Bei einer psychotischen Entwicklung besteht oft zunächst ein diffuses Unwohlsein: Die Welt fühlt sich fremd oder bedrohlich an, ohne dass Betroffene genau sagen können, warum. Später kann daraus eine feste, nicht nachvollziehbare Überzeugung entstehen, etwa, vom Geheimdienst überwacht oder aus dem Weltraum bestrahlt zu werden. Wahnthemen greifen oft aktuelle gesellschaftliche Ereignisse auf.
Warum dauert es oft so lange, bis die Erkrankung erkannt wird?
Für Betroffene ist es schwer, ihre Erlebnisse als Krankheit einzuordnen. Viele fühlen sich zunächst nicht krank, sondern vor allem bedroht oder verängstigt. Manche suchen Hilfe, weil sie merken, dass Stimmen oder andere Wahrnehmungen nicht real sein können. Die frühe Phase ist oft unspezifisch und sieht aus wie eine Adoleszenzkrise.
Inwiefern?
Die ersten Veränderungen ähneln manchmal einer Krise in der Jugend. Manche gefährdeten jungen Menschen konsumieren dann Cannabis, um sich zu beruhigen. Das kann die Situation jedoch verschlimmern, weil THC den Dopaminstoffwechsel beeinflusst. In der Praxis sehen wir deshalb häufiger psychotische Störungen bei jungen Menschen mit frühem und intensivem Cannabiskonsum.
Wie unterscheidet man jugendliche Rebellion von ersten Warnzeichen?
Fachleute warnen
Perfektionismus bis zum Burnout
07. August 2026
Ein Warnzeichen könnte sein, dass jemand einen plötzlichen Leistungseinbruch hat: Jemand, der zuvor gut zurechtkam, kann sich plötzlich nicht mehr konzentrieren, Texte nicht mehr verstehen oder Aufgaben nicht mehr bewältigen. Weitere Hinweise sind ein anhaltender sozialer Rückzug, der Verlust früherer Interessen oder eine starke Fixierung auf ein einzelnes Thema. Entscheidend ist eine tiefgreifende Veränderung gegenüber dem früheren Verhalten. Das wären so Alarmzeichen.
Das könnte bei Teenagern aber auch einfach fehlende Lust auf Schule sein.
Man kann meist schon unterscheiden, ob jemand nur unmotiviert ist oder sich tatsächlich nicht mehr konzentrieren und Zusammenhänge nicht mehr erfassen kann. Im Gespräch zeigt sich manchmal auch, dass Gedankengänge sprunghaft, unlogisch oder schwer nachvollziehbar werden. Das nennt man formale Denkstörungen.
Gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen?
Frauen erkranken im Durchschnitt etwas später. Bei ihnen gibt es außerdem einen zweiten Erkrankungsgipfel rund um die Menopause. Vermutlich spielt Östrogen dabei eine schützende Rolle. Bei Männern beginnt die Erkrankung meist vor dem 35. Lebensjahr; danach wird sie deutlich seltener erstmals diagnostiziert.
Und welche Rolle spielt die Genetik? Kann man vorsorgen?
Die Krankheit selbst wird nicht vererbt – allerdings eine erhöhte Anfälligkeit. In der Allgemeinbevölkerung liegt das Risiko bei etwa einem Prozent. Sind beide Eltern betroffen, steigt es deutlich; bei eineiigen Zwillingen liegt es bei etwa 50 Prozent. Wer ein erhöhtes Risiko hat, sollte Cannabis, Halluzinogene sowie Substanzen wie Kokain und Amphetamine meiden. Bei ersten Veränderungen ist es sinnvoll, früh Beratung oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen.
"Ich befürchte, dass wir künftig mehr junge Menschen mit psychotischen Erkrankungen sehen werden. Das ist keine konservative Haltung, sondern eine Sorge aus der klinischen Erfahrung."
Michael Rentrop
Das heißt, THC könnte die Erkrankung dann erst auslösen?
Schizophrenie entsteht meist durch mehrere Faktoren. Menschen haben unterschiedlich ausgeprägte Vulnerabilitäten, also innere Verletzlichkeiten. Treffen genetische Veranlagung, Stress, Überforderung oder biologische Faktoren wie Cannabiskonsum zusammen, kann eine Erkrankung ausbrechen. Das wird als Vulnerabilitäts-Stress-Modell bezeichnet. Ich befürchte, dass wir künftig mehr junge Menschen mit psychotischen Erkrankungen sehen werden. Das ist keine konservative Haltung, sondern eine Sorge aus der klinischen Erfahrung.
Wie behandeln Sie Menschen mit Schizophrenie?
Das hängt davon ab, wie sie in die Klinik kommen. Manche suchen gemeinsam mit Angehörigen Hilfe, andere werden erst durch Polizei oder Rettungsdienst gebracht, wenn sie wegen ihrer Ängste oder Wahnvorstellungen auffällig handeln. Wer freiwillig kommt, kann häufig auf einer offenen Station behandelt werden. Bei einer akuten Gefährdung kann eine geschützte Station notwendig sein.
Erst mal folgt eine gründliche Diagnostik. Es muss ausgeschlossen werden, dass körperliche oder neurologische Erkrankungen hinter den Symptomen stehen. Dazu gehören unter anderem Blutuntersuchungen, MRT-Aufnahmen und bei Ersterkrankungen oft auch eine Untersuchung des Nervenwassers. Parallel beginnt meist eine medikamentöse Behandlung, etwa um Schlaf, Angst und Anspannung zu verbessern.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Das kann man nicht allgemein sagen. Bei einer ersten Erkrankung können Betroffene oft nach drei bis vier Wochen aus der Klinik entlassen werden. In dieser Zeit erfolgen Diagnostik, Behandlung und die Stabilisierung für den Alltag. Bei schweren oder wiederholten Erkrankungen kann der Aufenthalt deutlich länger dauern.
Auch, weil die Krankheit in Schüben verläuft …
Analyse
Pflegeeinstufung
Diese Krankheit sieht man Betroffenen nicht an – zu ihrem finanziellen Nachteil
vor 22 Tagen von Carina Frey (RiffReporter)
Ja, häufig verläuft sie in Krankheitsschüben. Viele Betroffene sind nach einem Schub wieder vollständig stabil. Bei anderen bleiben Einschränkungen zurück, etwa eine geringere Belastbarkeit, Konzentrationsprobleme oder einzelne Symptome wie Stimmenhören und Verfolgungsgefühle. Manche müssen ihren Alltag, ihre Ausbildung oder ihre beruflichen Ziele deshalb anpassen. Die Erkrankung kann aber sehr unterschiedlich verlaufen.
Heute können wir die Symptome mit Medikamenten meist deutlich lindern. Vor der Entwicklung moderner Therapien mussten viele Menschen jahrzehntelang in psychiatrischen Kliniken leben. Das ist heute in dieser Form nicht mehr der Fall. Wichtig ist, die Behandlung nicht zu früh abzubrechen. Nach einer ersten Krankheitsphase sollten Medikamente meist ein bis zwei Jahre eingenommen werden, bei wiederholten Episoden oft drei bis fünf Jahre oder länger. Manche Menschen benötigen sie dauerhaft. Leider passiert es immer wieder, dass Menschen aufhören ihre Tabletten zu nehmen.
Woran liegt das? Hören sie dann plötzlich wieder eine Stimme, die ihnen sagt: "Nimm das nicht!"?
Ja, das könnte passieren. Man kann auch mit Medikamenten plötzlich wieder Symptome entwickeln. Viel häufiger aber fühlen sich Betroffene wieder gesund und fragen sich, warum sie weiter Medikamente nehmen sollen. Hinzu kommen mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder das Gefühl, emotional weniger intensiv zu erleben. Nach dem Absetzen geht es manchen zunächst sogar kurz besser – dann kann die Erkrankung aber mit voller Stärke zurückkehren. Und diese Rückfälle sind oft schwerer zu behandeln und verschlechtern die langfristige Prognose. Je länger eine Psychose unbehandelt bleibt, desto ungünstiger ist sie meist.
Menschen mit Schizophrenie sterben im Schnitt deutlich früher. Woran liegt das?
Das hat mehrere Gründe. Viele Betroffene rauchen sehr viel, auch weil Nikotin beruhigend wirken kann. Und viele rauchen wirklich massiv: 40 oder 60 Zigaretten am Tag, und das über viele, viele Jahre. Hinzu kommt, dass Vorsorgeuntersuchungen und körperliche Beschwerden manchmal vernachlässigt werden, weil einfach der Antrieb fehlt. Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle: Manche Menschen leben in schwierigen Verhältnissen oder werden wohnungslos. Vor allem in Großstädten wie Berlin leben einige Menschen mit chronischen schizophrenen Erkrankungen auf der Straße. Außerdem sind körperliche Behandlungen für schwer psychisch Erkrankte nicht immer leicht zugänglich, etwa weil eine Spezialklinik weit entfernt ist. All das kann die Lebenserwartung senken.
Schizophrenie: So viele Menschen sind betroffen
Laut der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) kommt Schizophrenie etwa so häufig vor wie chronisches Rheuma: Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist einmal im Leben betroffen.
Wer dabei häufig vergessen wird, sind die Angehörigen, die es oft schwer haben.
Ja. Besonders belastend ist es, wenn jemand mit Angehörigen zusammenlebt, die Erkrankung aber nicht einsieht und keine Hilfe annimmt. Zusätzlich dürfen Ärztinnen und Ärzte ohne Einwilligung der Betroffenen oft nur begrenzt mit der Familie sprechen. Angehörige brauchen deshalb selbst Unterstützung und Informationen. Angehörigenverbände, Gruppen und Beratungsangebote können helfen, mit der Situation besser umzugehen.
Wie ist das Zusammenleben, wenn der Partner die Diagnose bekommt?
Viele Betroffene erhalten nicht sofort die Diagnose Schizophrenie. Bei frühen oder kurzen psychotischen Episoden ist die Behandlung oft besonders erfolgreich. Wer sich behandeln lässt und Medikamente lange genug einnimmt, hat gute Chancen auf ein weitgehend normales Leben. Auch nach einer schweren ersten Episode erholen sich viele gut. Allerdings erleben rund 85 Prozent weitere Krankheitsschübe. Ein kleiner Teil spricht schlechter auf die Behandlung an und behält Restsymptome. Das kann für Beziehungen sehr belastend sein.
Kann man im Umgang mit Betroffenen fatale Fehler machen?
Definitiv. Ein Fehler wäre, gravierende Veränderungen einfach hinzunehmen und nichts zu unternehmen – etwa, wenn jemand sich über Jahre völlig zurückzieht, keine Tagesstruktur mehr hat und keine Hilfe erhält. Suizidankündigungen müssen immer ernst genommen werden! Dann sollte sofort professionelle Hilfe organisiert werden, etwa über Krisendienste. Problematisch kann auch sein, Betroffene pauschal vom Absetzen ihrer Medikamente zu überzeugen. Was hilft: sich gut zu informieren, Kontakt zu Angehörigengruppen aufzunehmen und in Kliniken nach Beratungsangeboten zu fragen.
"Wichtig ist: Die Hoffnung sollte nie verloren gehen. Selbst nach schwierigen Jahren kann sich ein Zustand wieder verbessern."
Michael Rentrop
Was würden Sie Betroffenen und ihren Angehörigen gern noch mitgeben?
Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über ein gutes und abgestuftes Versorgungssystem. Auch bei schweren oder wiederkehrenden Verläufen gibt es viele Hilfsangebote – von ambulanter Behandlung und Rehabilitation über betreute Wohngruppen bis zu stationären Einrichtungen. Wichtig ist: Die Hoffnung sollte nie verloren gehen. Selbst nach schwierigen Jahren kann sich ein Zustand wieder verbessern. Viele Betroffene können mit passender Hilfe ein selbstbestimmtes Leben führen.
Über den Gesprächspartner
PD Dr. med. Michael Rentrop ist seit 2019 Chefarzt des Fachbereichs Klinische Sozialpsychiatrie am kbo-Inn-Salzach-Klinikum und Privatdozent an der TU München. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen und schizophrenen Psychosen.
Hilfsangebote
Wenn du selbst oder eine dir nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen ist, wende dich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 0800/1110-111 (Deutschland), 142 (Österreich), 143 (Schweiz).
Anlaufstellen für verschiedene Krisensituationen im Überblick findest du hier.
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