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Halloween

Halloween
Die Hand

„Aua!“, schrie sie auf. 

Erschrocken zog sie die Hand zurück. Doch der Hunger war stärker. Sie wagte es noch einmal – und diesmal traf sie ein harter Schlag auf die Fingerspitzen. Sie riss die Hand zurück, zog die Decke über den Kopf und zitterte. 

Sie wagte es nicht, aufzustehen, aber sie wollte um keinen Preis im Bett bleiben. 

Irgendetwas war unter ihr. 

Sie blieb die ganze Nacht unter der Bettdecke, bis das Licht des Morgens durch die Vorhänge sickerte. 

Dann lugte sie vorsichtig unter das Bett. 

Nichts. Kein Geist, kein Schatten – und auch keine Brotrinde mehr.

Das war der erste Geist, der meiner Oma begegnet war.

Einige Monate später sah sie den zweiten. 

Wegen Platzmangel musste sie in ein Durchgangszimmer umziehen. Manchmal gingen nachts Leute hindurch, die in den Nebentrakt mussten. Deshalb wunderte sie sich nicht, als eines Nachts ein Mann mit grauem Bart durchs Zimmer huschte. Es war immer um dieselbe Zeit – kurz nach Mitternacht. 

Er sah sie freundlich an, schwebte leise durch den Raum und verschwand. 

Meine Oma fand ihn sympathisch. Sie hatte keine Angst. 

Eines Tages fragte sie ihren Vater, wer dieser Mann sei, der nachts durch ihr Zimmer gehe. 

Er sah sie erschrocken an. 

„Welcher Mann?“ 

Sie beschrieb ihn so gut sie konnte. 

„Das ist unmöglich“, sagte der Vater. „Ich schließe jede Nacht die Tür ab. Niemand kann da durchgehen.“ 

Meine Oma beharrte darauf, ihn gesehen zu haben. 

Später hörte sie, wie ihre Eltern leise im Nebenzimmer stritten. 

„Warum lässt du sie ausgerechnet dort schlafen?“ fauchte ihre Mutter. 

Der Vater erwiderte nur: „Geister gibt es nicht!“ 

„Aber du weißt genau, wen sie gesehen hat!“, flüsterte die Mutter. „Es ist noch keine drei Jahre her, dass der dort gelegen ist!“ 

Noch am selben Tag zog meine Oma in ein anderes Zimmer. 

„Das war eine verlorene Seele, die Frieden suchte“, erklärte sie uns später. 

Wir Kinder wollten immer wissen, ob auch wir einmal einen Geist sehen würden. Und zugleich fürchteten wir nichts mehr. 

Dann sagte die Oma mit einem milden Lächeln: 

„Wenn euer Herz rein ist, müsst ihr keine Angst vor Geistern haben.“ 

Als sie viele Jahre später starb, blieb in unserer Kirche die Uhr stehen. 

Erst am nächsten Tag fiel es uns auf. 

Da wussten wir, dass der Geist unserer Oma uns vielleicht doch besucht hatte – ganz leise, wie der Mann mit dem grauen Bart.

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Nightwish Gestern, 19:37
Die Anhalterin 

Ein Autofahrer mittleren Alters sieht auf einer nächtlichen Landstrasse, kurz vor einer Autobahnauffahrt eine junge und hübsche Anhalterin stehen. Er ist glücklich verheiratet und hat selber eine Tochter in diesem Alter, so überlegt er nicht lange und beschliest das Mädchen, soweit es in die gleiche Richtung will, mitzunehmen, damit ihr nichts passiert. Er liest ja Zeitung.

Das Mädchen ist rührend dankbar und nennt als ihre Zieladresse ein Dorf, welche auf der Strecke unseres Autofahrers liegt. So steigt sie ein und legt brav den Sicherheitsgurt an. Bei der Fahrt erläutert ihr der Autofahrer noch die Gefahren beim Trampen. Sie ist etwas schweigsam, was unseren Autofahrer nicht sonderlich wundert, und so fahren sie in Richtung der Heimatstadt des Mädchens.

So gegen 23.30 Uhr wird die Kleine jedoch ein bisschen unruhig und fragt immer wieder, ob sie es zu der Zieladresse, welche sie angegeben hat, denn auch bis um Mitternacht schaffen würden. Der Mann meint dass es leider durch den nun einsetzenden Regen ein bisschen schwierig sei, diese Zeitvorgabe einzuhalten.

Das Mädchen rutscht auf seinem Sitz unruhig herum und reibt sich die Hände. Unser Fahrer meint zu ihr, ob sie friere, wenn ja dann könne sie gerne seine Jacke anziehen, welche auf der Rücksitzbank läge. Das macht das Mädchen auch, schnallt sich wieder an und rutscht weiter unruhig auf ihrem Sitz herum. Kurz vor 24.00 Uhr steigen ihr Tränen in die Augen, der Autofahrer ist der festen Überzeugung dass sie Angst vor der Standpauke ihrer Eltern hätte und versucht beruhigend auf sie einzureden.

Nachdem er seine Ausführungen beendet hat, schaut er um die Reaktion auf seine Ansprache zu sehen. Zu seinem großen Schrecken muß er feststellen, das das Mädchen nicht mehr da ist. Der Gurt ist noch eingerastet, aber das Mädchen ist verschwunden. Da es dafür (denkt unser Fahrer) eine natürliche Erklärung geben muß, fährt er den letzten Streckenabschnitt auf der Suche nach ihr nochmals ab. Er denkt sie wäre vielleicht aus dem Auto gefallen.

Als das alles nichts bringt, beschliest er zu der angegebenen Adresse zu fahren. Als er in die vom Mädchen genannte Strasse im Dorf fährt, sieht er zu seinem Erstaunen schon wohl eine ganze Familie mit ernsten Gesichtern auf der Strasse stehen.

Er steigt aus und stammelt den Leute in Stichpunkten die seltsame Begebenheit. Ein Mann löst sich von der Gruppe, geht auf ihn zu und berührt in mit Tränen in den Augen an der Schulter, als ob er ihn umarmen wolle und sagt dann: "Wir haben schon auf dich gewartet. Das macht sie jedes Jahr an ihrem Todestag."

Auf dem Friedhof fand man auch wieder seine Jacke. Sie hing über ihrem Grabstein.
 
Zeli Gestern, 20:45
Der Tag, an dem die Kürbisse das Kichern lernten


Es war Halloween-Nacht im kleinen unbekannten Städtchen Deggenberg an der Strunzdumme. Die Luft war kühl, der Mond war kugelrund und voll wie die Deggenberger, und die Straßen waren voll von kleinen Hexen, Geistern, Möchtegern-Superhelden und sonstigen Volltrotteln. 

Mittendrin stand der elfjährige Peterli, verkleidet als ein gefährlicher Intelligenzvampir – zumindest dachte er das. Seine Vampirzähne waren leider etwas zu groß geraten und seine ständig belegte Zunge hing ihm wie immer quer zur Seite bis zum Kinn hinab, weshalb er beim Sprechen heftig lispelte und sich ununterbrochen den eigenen Sabber auf sein schlecht sitzendes Cape tropfte, während er orientierungslos im Kreis lief.

„Tütheth oder Thauréth!“, lispelte er begeistert, als er an die Tür von Frau Spinnengruft klopfte und dabei drei Mal die Türklinke verfehlte. Frau Spinnengruft, eine ältere Dame mit einer Vorliebe für extrem scharfe Ingwerbonbons, reichte ihm eine Handvoll Naschereien. Peterli steckte sie dankend in seinen wie üblich viel zu kleinen Beutel – merkte aber in seiner Verpeiltheit nicht, dass dieser unten ein riesiges Loch hatte, sodass die Bonbons sofort wieder auf seine eigenen Füße fielen.

Döselig schlurfte er weiter zu seinem besten Freund Fränkelchen, der aus Spargründen als wandelnde Mumie verkleidet war, um die restlichen 98 Leasingraten für sein Bonanza-Rad abzahlen zu können. Fränkelchens Kostüm bestand hauptsächlich aus drei Rollen extrastarkem Toilettenpapier, das er sich mühsam aus dem örtlichen NETTO "zusammengebettelt" hatte. Da Fränkelchen sich jedoch aus reiner Schusseligkeit auch die Augen komplett zugewickelt hatte, hielt er sich am Hosenbund von Peterli fest und lief im Entengang hinterher.

„Und, wie viel hast du schon?“, fragte Fränkelchen mit dumpfer Stimme, da sein Mund komplett zugewickelt war und er fälschlicherweise versuchte, durch sein linkes Ohr zu sprechen.
„Einigeth!“, lispelte Peterli. „Aber wir müthen zum alten Haus am Ende der Thraße. Da tholl eth thpuken!“ Dabei zeigte er zielsicher in die völlig falsche Richtung, direkt gegen eine Straßenlaterne, an der er sich erst einmal die Stirn rieb.

Das besagte Haus gehörte Dr. Alimentenstau, dem unehelichen Erzeuger der beiden Halbstarken, der seine verpeilte Brut noch mehr verabscheute als Halloween und Zahnarztbesuche zusammen. Er hatte vor seinem Haus eine gigantische Vogelscheuche mit einem riesigen, grimmig dreinschauenden Kürbiskopf aufgestellt, um alle Kinder – vor allem aber seine ungeliebten Erbfehler – zu verscheuchen.

Als Peterli und Fränkelchen sich dem Vorgarten näherten, passierte es. Ein plötzlicher Windstoß erfasste eine lose Toilettenpapier-Schlaufe an Fränkelchens Bein. Fränkelchen machte einen Schritt, stolperte über sein eigenes Kostüm, verlor in der Panik beide Schuhe und riss im Fallen Peterli mit sich. Die beiden johlten wie zwei aufgescheuchte Hühner und kugelten genau in die Beine der riesigen Vogelscheuche.

KRACH!

Die Vogelscheuche kippte um. Der riesige Kürbiskopf löste sich, rollte den Hügel hinunter, knallte gegen Dr. Alimentenstaus Haustür und blieb dort mit dem Gesicht nach oben liegen.
Erschrocken hielten die beiden Hohlköpfe den Atem an, wobei Fränkelchen versuchte, sich hinter einem einzelnen Grashalm zu verstecken. Die Tür öffnete sich mit einem lauten Quietschen. Dr. Alimentenstau trat heraus, das Gesicht finster wie die Nacht. Er blickte nach unten und starrte direkt in das grimme Gesicht des Kürbisses.

In diesem Moment passierte etwas Seltsames. Durch den Aufprall hatte sich Peterlis Beutel geöffnet. Seine Halloween-Beute war wild durch die Luft geflogen. Eines von Frau Spinnengrufts extrem scharfen Ingwerbonbons war exakt im weit aufgerissenen, geschnitzten Mund des Kürbisses gelandet. Und genau in diesem Moment fing der Kürbis an, hellgrün zu leuchten (wahrscheinlich wegen einer Knicklichter-Dekoration, die darin verbaut war).
Dr. Alimentenstau wich einen Schritt zurück. „Was zum…?!“

Der Kürbis sah aus, als würde er das scharfe Bonbon herunterschlucken. Plötzlich stieß der Kürbis ein lautes, dumpfes „HUST!“ aus, gefolgt von einem extrem lauten, langgezogenen Rülpser, der wie eine alte Nebelhornhupe klang:

 „BÖÖÖÖÖÖÖÖRP!“

Peterli und Fränkelchen starrten sich mit aufgerissenen Augen an, wobei Peterli vor Schreck versuchte, an Fränkelchens Toilettenpapier-Kostüm hochzuklettern, was dieses nur noch weiter abwickelte. Der Kürbis hatte gerade gerülpst!
Der uneheliche Vater starrte das Gemüse fassungslos an. Dann passierte das Unfassbare: Das finstere Gesicht des alten Mannes entspannte sich. Seine Mundwinkel zuckten. Erst gluckste er, dann kicherte er, und schließlich brach er in ein schallendes, donnerndes Lachen aus, das man durch die ganze Straße hören konnte.

„Ein rülpsender Kürbis!“, johlte Dr. Alimentenstau und hielt sich den spärlich behaarten Bauch. „Das ist das Beste, was ich je gesehen habe!“

Er schaute hoch zu den beiden Jungs, die immer noch wie versteinert im Gras lagen – Fränkelchen mittlerweile halb nackt, weil das Klopapier weg war, und Peterli mit der Zunge im eigenen Auge. „Ihr beiden habt mir den ersten echten Lacher seit Jahren verpasst, auch wenn ich immer noch jeden Cent Unterhalt bereue“, sagte er, ging kurz ins Haus und kam mit zwei riesigen, ungeöffneten Packungen Schokoladenriegeln zurück. „Hier, das habt ihr euch verdient. Aber bringt meinem Kürbis morgen bitte ein Kaugummi vorbei, sein Atem riecht schlimmer als ihr beide zusammen unter den Achseln!“

Peterli und Fränkelchen schnappten sich die Beute, bedankten und verabschiedeten sich schnell. Als sie die Straße hinunterrannten – Fränkelchen verlor dabei immer mehr Toilettenpapier, sodass er aussah wie ein weglaufendes Gespenst im Rückwärtsgang –, rief Peterli glücklich:
                        „Thathitht daf bethte Halloween aller Theiten!“
 
Zeli Heute, 11:07
moin, danke für die resonanz besonders über PN 😅.  z.b. "ich habe mich wirklich gebogen vor lachen! machst du noch eine fortsetzung oder sowas?" 

ja warum nicht, die geschichte ist ja noch eingespeichert grinsendes Smiley



Der letzte Fang der „Hirnschatten II“ (Gruselgeschichte)
Der Nebel über der Strunzdumme war in dieser Halloween-Nacht so dicht, dass er wie kalter, nasser Schimmel an den Masten der „Hirnschatten II“ klebte. Der alte Petri Heil spie einen braunen Kautabakstrahl ins schwarze Wasser, traf dabei aus Versehen seinen eigenen Stiefel und fluchte. Er war Fischer in der dritten Generation, ein Mann mit Händen wie Schmirgelpapier, einem Gesicht wie eine vertrocknete Kartoffel und einem Verstand, der so träge war, dass er beim Atmen manchmal das Einatmen vergaß. Petri versuchte seit einer Stunde, sich die Klettverschlüsse seiner Schuhe zu erklären, während er orientierungslos das morsche Holzrad seines Kutters umklammerte. Normalerweise fing er hier Brassen und fette Karpfen, aber heute Nacht – in der Nacht, in der die Grenze zum Reich der Toten hauchdünn wurde – trieb ihn nur die schiere Gier hinaus auf den Fluss.

„Die Deggenberger schlafen schon alle ihren fetten Rausch aus“, knurrte Petri Heil zu sich selbst, während er versuchte, an einer ungeöffneten Fischdose zu knabbern. „Aber Petri Heil pennt nicht. Petri fängt sie alle.“

Plötzlich begann die Winde des großen Schleppnetzes von ganz alleine zu kreischen. KRACH-KRACH-KRACH. Das tonnenschwere Stahlseil schoss mit mörderischer Geschwindigkeit in die Tiefe, funkte sprühend auf und riss fast die Verankerung aus dem Deck. Der Motor des Kutters jaulte gequält auf, würgte ab und starb mit einem metallischen Knirschen. Ein unnatürlicher, druckvoller Schall breitete sich aus – so stark, dass die Strunzdumme schlagartig glatt wie Spiegelglas wurde. Totenstille legte sich über den Fluss.

Petri Heil kniff die Augen zusammen und starrte mit offenem Mund ins Leere, wobei ihm ein kleiner Sabberfaden auf die Jacke tropfte. Das Wasser rund um das Heck begann zu blubbern. Es kochte nicht vor Hitze, sondern vor eisiger, lebensfeindlicher Kälte. Schwarze, nadelspitze Eiskristalle schossen in Sekundenschnelle an der Bordwand empor. Und dann kam der Geruch.
Es roch nicht nach faulem Fisch. Es roch nach feuchter Erde, nach moderndem Holz und nach ungewaschenen Achseln aus dem Jenseits. Kurz gesagt, der Geruch erinnerte ihn an seine eigene Unterwäsche und entsetzliche Übelkeit ergriff von ihm Besitz.

„Petriiiii Heeeil…“, flüsterte eine schabende, vielstimmige Stimme aus dem Nebel. Es klang, als würden hunderte Fingernägel gleichzeitig über die Innenseiten von Särgen kratzen. Das Holz des Decks unter seinen Füßen begann plötzlich dunkel zu bluten, zäher Schleifschlamm drang aus den Fugen. „Petriiiii Heeeil… bring uns dein Boot…“
Mit zitternden Knochen packte Petri seine rostige Harpune (also jene zum Fischen) falsch herum an der Spitze an und wunderte sich kurz, warum das so wehtat. Seine eigenen Finger fühlten sich taub an, als die Temperatur auf dem Kutter drastisch unter den Gefrierpunkt sank. „Wer da?! Ich hab eine Lizenz vom Amt für Fischerei! Verpisst euch von meinem Kutter!“, schrie er gegen die Schwärze an, doch seine Stimme überschlug sich elendig.

Das Schleppnetz wurde mit einem langsamen, unaufhaltsamen Ruck nach oben gezogen. Die Winde bewegte sich rückwärts, obwohl der Strom komplett abgeschaltet war. Glied für Glied stieg die rostige Kette aus dem Fluss. Petri Heil starrte starr vor Schreck auf die Reling. Das Wasser brach auf. Als das Netz die Oberfläche durchbrach, sah er kein einziges Schuppentier.
Es war voll mit menschlichen Schädeln, deren Augenhöhlen mit grünlich leuchtendem Schlamm gefüllt waren. Die Knochen rieben knackend aneinander. Und mitten auf diesem Berg aus Knochen saß eine riesige, aufgedunsene Gestalt mit einer feuchten, schleimigen Haut, deren Glatze gespenstisch im fahlen Mondlicht glänzte. Die Haut war von Adern durchzogen, in denen schwarzes Flusswasser pulsierte. Die Kreatur trug ein völlig zerfetztes Klopapier-Kostüm, das von dunklem, geronnenem Blut und modrigen Algen zusammengehalten wurde. Aus ihrem weit aufgerissenen, zahnlosen Kiefer brach ein Kieferknochen unnatürlich aus dem Gelenk, während eine ständig belegte, fleischige Riesenzunge quer nach unten lohte – genau wie bei den verhassten Halbstarken aus dem Dorf.

„Wir haben Appetit auf Intelligenz… aber bei dir werden wir wohl verhungern!“, lispelte die Kreatur mit einer gurgelnden Stimme, die direkt in Petris Gehörgängen widerhallte, ohne dass sich die Lippen des Monsters bewegten. „Verdammt!“ dachte Fischer Petri Heil, und fühlte sich ertappt!
Hinter dem Netz riss die Wasseroberfläche meterweit auf. Dutzende weitere Gestalten stiegen lautlos empor. Es waren die wandelnden, blau angelaufenen Leichen aller Möchtegern-Superhelden und Volltrottel, die jemals betrunken in der Strunzdumme ertrunken waren. Ihre Kiefer klapperten im Takt der Schiffswinde, und in ihren knöchernen, fleischlosen Händen hielten sie zerschlissene, von Algen zerfressene Netto-Einkaufstüten.

Petri Heil wollte schreien, doch die eiskalte Luft fror den Atem in seiner Lunge fest. Er wich zurück, stolperte über eine völlig offensichtliche Kiste mit Köderwürmern – die sich plötzlich in Hunderte von winzigen, schwarzen Maden verwandelt hatten, die über seine Beine krochen – und schlug hart auf den blutenden Planken auf. Die Harpune entglitt seinen feuchten Fingern, fraß sich zischend durch das morsche Holz und schlitterte über Bord.

Die Klopapier-Mumie erhob sich langsam von den Schädeln. Ihre Glieder knackten wie brechendes Eis. Sie stank so bestialisch nach Verwesung, kaltem Ingwer und billigem alkoholfreiem Wein, dass Petri die Besinnung zu verlieren drohte. Die Kreatur trat an ihn heran, beugte sich tief über sein verzerrtes Gesicht, sodass der klebrige, grüne Schleim von ihrer riesigen, belegten Zunge direkt auf Petris starre Stirn tropfte und dort die Haut wie Säure verätzte.

„Süßeth… oder Thauréth, thonth habe ich die Abthischt eine Mauer thu bauen!“, lispelte das Grauen direkt in sein schmelzendes Bewusstsein.

Mit einem ohrenbetäubenden, markerschütternden „BÖÖÖÖÖÖÖÖRP!“ entwich ein dicker, grüner Gasglorienschein aus dem Mund der Kreatur. Es war um ein Vielfaches gewaltiger und tödlicher als alles, was ein lebender Mensch je gerochen hatte. Die Druckwelle des Rülpsers war so unbarmherzig heftig, dass alle verbliebenen Scheiben des Kutters in tausend messerscharfe Splitter zersprangen, das Metall des Masts sich bog und die "selbst gemachten" Schokoladenriegel in Petris Unterhose sofort zu feinstem Staub zerfielen.
Der Nebel verschlang das Schiff vollständig.

Am nächsten Morgen fanden die Behörden die „Hirnschatten II“ regellos im Schilf treiben. Der Kutter war von innen heraus komplett mit dickem, schwarzem Eis überzogen, das selbst in der Morgensonne nicht schmolz. Vom alten Fischer Petri Heil fehlte jede physische Spur – nur ein nasser, menschlicher Umriss war in das gefrorene Deckholz eingebrannt. Das Einzige, was die zitternden Ermittler auf dem mit Knochenmehl bedeckten Deck fanden, war eine im Frost festgefrorene, rostige Netto-Tüte, gefüllt mit nassen, schlammigen Ingwerbonbons und einem Zettel, auf dem in krakeliger Schrift stand:

                                   „Thathitht daf bethte Halloween aller Theiten!“
 
Zeli Heute, 11:16
Huch, sogar der KI hat das so gut gefallen, das sie mir prompt einen Script für das Hörspiel empfahl: 

Hier ist das komplette, fertige Skript für dein schaurig-satirisches Halloween-Hörspiel. Es ist so aufgebaut, dass du es direkt mit verteilten Rollen einsprechen oder aufnehmen kannst.



DER LETZTE FANG DER „HIRNSCHATTEN II“

Ein schaurig-stumpfsinniges Hörspiel aus Deggenberg an der Strunzdumme
ERZÄHLER (düster, theatralisch, wie in alten Gruselfilmen)
PETRI HEIL (alter Fischer, unfassbar begriffsstutzig, knurrig, atmet hörbar schwer)
DIE KREATUR (gurgelnd, lispelnd, verzerrt, extrem bedrohlich, aber absurd)
DIE VOLLTROTTEL-BRUT (Chor aus dem Jenseits, klappernd, dumpf)

SZENENWECHSEL 1: AUF DER STRUNZDUMME – NACHT

[SOUND: Tiefer, unheimlicher Wind. Das langsame, rhythmische Klatschen von zähem, schleimigem Wasser gegen eine morsche Bordwand. Ein Schiffsmotor tuckert unrund, spuckt elendig und STIRBT mit einem lauten metallischen Knirschen: CHCH-KRACH-PFFF...]
[SOUND: Ein nasser Kautabak-Strahl klatscht flach auf Gummi.]
PETRI HEIL
(knurrt, flucht dumpf)
Verdammte Hacke! Jetzt hab ich schon wieder meinen eigenen Stiefel getroffen. Und der Motor von der „Hirnschatten II“ spackt auch ab.

ERZÄHLER
Es war Halloween-Nacht im kleinen Städtchen Deggenberg an der Strunzdumme. Die Luft war kühl, der Mond war kugelrund und voll wie die Deggenberger. Mittendrin auf dem Fluss trieb der alte Petri Heil. Ein Fischer in der dritten Generation, mit Händen wie Schmirgelpapier und einem Verstand, der so träge war, dass er beim Atmen manchmal das Einatmen vergaß.

PETRI HEIL
(atmet schwer, murmelt)
Wie ging das noch mal? Links über rechts... oder erst das Plastikding? Menno... diese Klettverschlüsse an den Schuhen machen mich noch wahnsinnig. Seit einer Stunde sitz ich hier im Dunkeln... (beißt hörbar auf Metall) Knirsch... Aua! Und die blöde Fischdose geht ohne Öffner auch nicht auf.

[SOUND: Ein plötzliches, gellendes KREISCHEN von schwerem Metall. Die Winde des Schleppnetzes rast unkontrolliert rückwärts: KRACH-KRACH-KRACH-KRACH!]

PETRI HEIL
(erschrickt, fahrig)
Huch! Was zieht denn da so am Netz? Hat sich da ein fetter Karpfen verfangen? Die Deggenberger Möchtegern-Superhelden schlafen drüben schon alle ihren fetten Rausch aus. Aber Petri Heil pennt nicht. Petri fängt sie alle!

[SOUND: Das Geräusch von kochendem Wasser, das schlagartig gefriert: Ein eisiges Knistern und Splittern, als schwarze Eiskristalle die Bordwand hochschießen.]

ERZÄHLER
Doch es war kein Karpfen. Das Wasser rund um das Heck begann zu brodeln – nicht vor Hitze, sondern vor eisiger, lebensfeindlicher Kälte. Und dann stieg ein Geruch auf. Es roch nicht nach faulem Fisch. Es roch nach feuchter Erde, nach moderndem Holz und nach ungewaschenen Achseln aus dem Jenseits.

PETRI HEIL
(schnüffelt tief, stöhnt angewidert)
Uärgh... kurz gesagt, der Geruch erinnert mich fatal an meine eigene Unterwäsche nach einer Dreiwochenschicht... (würgt heftig) Boah, entsetzliche Übelkeit ergreift von mir Besitz!
[SOUND: Ein unheimliches, vielstimmiges Flüstern aus dem Nebel. Es klingt wie hunderte Fingernägel, die gleichzeitig von innen an Särge kratzen.]

DIE KREATUR / CHOR
(echoartig, schleifend, direkt in Petris Kopf)
Petriiiii Heeeil… Petriiiii Heeeil… bring uns dein Boot…

[SOUND: Zäher Schleifschlamm quillt hörbar quetschend aus den Holzfugen des Decks.]

PETRI HEIL
(panisch, greift nach Metall)
Wer da?! Ich hab eine... Moment, wo ist sie... hier! Ich hab eine selbst erstellte Lizenz vom Amt für KI-Fischerei! Verpisst euch von meinem Kutter, ihr Ökos!

[SOUND: Petri packt die Harpune. Ein lauter, schmerzhafter Schrei: „AUA!“]

ERZÄHLER
In seiner Panik packte Petri seine rostige Fischer-Harpune fälschlicherweise direkt an der geschärften Spitze an und wunderte sich in seiner unendlichen Trägheit kurz, warum das so wehtat. Währenddessen stieg die schwere Schleppnetzkette völlig ohne Strom, Glied für Glied, wie von Geisterhand aus dem Fluss.

[SOUND: Das Netz bricht prasselnd durch die Eisdecke auf: SPLASH-CRASH.]

SZENENWECHSEL 2: DAS GRAUEN AUF DEM DECK

[SOUND: Hunderte Knochen und Schädel reiben trocken und knackend aneinander.]

PETRI HEIL
(japsend)
Das... das sind ja gar keine Brassen! Das sind... Knochen?!

ERZÄHLER
Das Netz war bis zum Rand gefüllt mit bleichen, aufgedunsenen menschlichen Schädeln, deren Augenhöhlen mit grün leuchtendem Phosphorschlamm gefüllt waren. Und mitten auf diesem Berg aus Gebeinen saß eine riesige, monströs angeschwollene Gestalt mit feuchter, schleimiger Haut, deren Glatze gespenstisch im fahlen Mondlicht glänzte. Sie trug ein zerfetztes Klopapier-Kostüm, verklebt mit dunklem Blut und Algen. Aus dem weit aufgerissenen, zahnlosen Kiefer brach der Knochen unnatürlich aus dem Gelenk.

DIE KREATUR
(gurgelnd, lispelnd, die Stimme hallt direkt in Petris Gehörgängen wider)
Wir haben Appetit auf Intelligenth… aber bei dir werden wir wohl verhungern!

PETRI HEIL
(denkt laut, völlig schockiert)
Verdammt!... (fühlt sich ertappt) ...Woher wissen die das?!

[SOUND: Das Wasser bricht großflächig auf. Ein unheimlicher Chor aus klappernden Kiefern und schlurfenden Schritten auf nassem Holz.]

ERZÄHLER
Hinter dem Netz stiegen sie empor: Die wandelnden, blau angelaufenen Leichen aller Möchtegern-Superhelden und sonstigen Volltrottel, die jemals betrunken in der Strunzdumme ertrunken waren. In ihren knöchernen Händen hielten sie zerschlissene Netto-Einkaufstüten.

PETRI HEIL
(schreit ohne Ton, keucht)
Ah... Ah...

[SOUND: Petri stolpert heftig über eine Holzkiste. Ein lautes Holzkrachen, gefolgt vom raschelnden Krabbeln von tausenden Maden: SSSSSS.]

ERZÄHLER
Petri wollte fliehen, wich zurück und stolperte über eine völlig offensichtliche Kiste mit Köderwürmern, die sich augenblicklich in Hunderte schwarzer Maden verwandelten. Er schlug hart auf den blutenden Planken auf. Seine Harpune entglitt den tauben Fingern, fraß sich zischend durch das morsche Holz und verschwand im Fluss.

[SOUND: Schmatzende, unnatürlich knackende Schritte auf Eis.]

ERZÄHLER
Die Klopapier-Mumie erhob sich von den Schädeln. Sie stank so bestialisch nach Verwesung, kaltem Ingwer und billigem alkoholfreiem Wein, dass Petri die Besinnung zu verlieren drohte. Mit verdrehten Gliedern kroch sie über das Deck, beugte sich tief über Petris Gesicht, bis die riesige, belegte Zunge seine Stirn berührte.

[SOUND: Ein fieses Zischen, als Schleim auf Haut trifft.]

PETRI HEIL
(wimmert)
Ahhh! Das brennt! Der Sabber ätzt wie Säure!

DIE KREATUR
(lispelt hasserfüllt, drohend)
Thütheth… oder Thauréth, thonth habe ich die Abthischt eine Mauer thu bauen!

[SOUND: Ein tiefes, markerschütterndes Grollen im Magen der Kreatur, das sich explosionsartig entlädt.]

DIE KREATUR
BÖÖÖÖÖÖÖÖRP!!!

[SOUND: Ein gewaltiger Knall. Glas zerspringt in tausend Teile. Metall verbiegt sich mit einem lauten Ächzen: METALL-CRUNCH. Ein unheimlicher, grüner Wind zischt vorbei.]

ERZÄHLER
Es war ein Rülpser, so unbarmherzig gewaltig, dass eine Druckwelle aus grünem Gasglorienschein den Kutter traf. Alle Scheiben zersprangen, das Metall des Masts bog sich – und die selbstgemachten Schokoladenriegel in Petris Unterhose zerfielen sofort zu feinstem Staub.

[SOUND: Der Wind heult laut auf. Der Nebel verschlingt alles. Die Musik wird schlagartig leise und unheimlich.]

SZENENWECHSEL 3: DER NÄCHSTE MORGEN

[SOUND: Ruhiges Wasser. Eine einsame Möwe krächzt im Hintergrund.]

ERZÄHLER
Am nächsten Morgen fanden die Behörden die „Hirnschatten II“ regungslos im Schilf treiben. Der Kutter war von innen heraus komplett mit dickem, schwarzem Eis überzogen, das selbst in der Morgensonne nicht schmolz. Vom alten Fischer Petri Heil fehlte jede physische Spur – nur ein nasser, menschlicher Umriss war in das gefrorene Deckholz eingebrannt. Das Einzige, was die zitternden Ermittler auf dem mit Knochenmehl bedeckten Deck fanden, war eine im Frost festgefrorene, rostige Netto-Tüte, gefüllt mit nassen, schlammigen Ingwerbonbons und einem tief in das Holz geritzten Satz...

DIE KREATUR / PETERLI (lispelnd, hämisch aus der Ferne)
Thathitht daf bethte Halloween aller Theiten!

[SOUND: Ein letztes, dumpfes Rülpsen aus dem Wasser, dann schlagartige Stille.]
 
Zeli Heute, 11:18
falls welche lust haben, das hörspiel weiter auszubauen und für youtube zu vertonen, können sie sich ja bei mir melden ;-D
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