Tag eins von 300 und...

Blog von Lawrence
Mal sehen wie das Jahr so wird. Man(n) hat da ja immer gute Vorsätze, die im Regelfall eine Halbwertzeit haben, wie das berühmte Stück Butter in der Wüstensonne. Da ich aber nun der bin der ich bin, habe ich mir nun gedacht, egal, ich greife mal die Idee einer Protagonistin hier auf und betrachte das Jahr 2017 als Buch mit leeren Seiten, welche im Laufe des Jahres Seite für Seite gefüllt werden (Ebene jene Protagonistin mag mir verzeihen das ich Ihre Idee schlicht geklaut habe). Und weil ich ja nun jemand bin der es nicht abwarten kann, dachte ich mir schon gestern, also sozusagen im letzten Jahr, ich schreibe schon mal den Prolog.


In eben diesem habe ich dann mal so ein oder zwei Gedanken zusammengefasst, wie ich mir wünsche das das nächste Jahr, also da ich das ja im letzten Jahr geschrieben habe, meinte ich also das nächste Jahr, was demzufolge dieses Jahr ist. (Solltest Du mir bis hier folgen können, bedeutet das, Du hast keinen bleibenden Schaden beim Genuss der alkoholischen Getränke in der letzten Nacht genommen). – Was wollte ich sagen, ach so ja, ich habe also mal so ein zwei Gedanken festgehalten.

Zum Beispiel das ich im nächsten Jahr einige Dinge wesentlich gelassener sehen möchte und nicht mehr bei jeder Kleinigkeit ein Herz Kasper bekommen will.

Ich befürchte mal, das wird mir schwerfallen, schließlich haben wir in diesem Jahr Bundestagswahlen und ich nehme mal an, dass Menschen mit einem Lückenhaften geschichtlichem Gedächtnis Sachen absondern werden, bei denen ich schlicht nicht ruhig sein darf, ergo werde ich mich aufregen. Egal.

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Dann hatte ich mir fest vorgenommen, so steht es zumindest im Prolog im Jahr, mehr Zeit für meine Terroristen einzuplanen. Schlicht weil mein Augensternchen nun auch schon zwölf ist und ich das genießen sollte. Ich finde, eine wirklich gute Idee. Blöd nur ich haben mal in meinen Outlook Kalender gesehen, also im Januar wird das wohl so nix werden.

Wie gesagt war auch nur der Prolog zum Buch des Jahres 2017. Da stehen noch mehr Sachen, aber ich will ja nun keinen langweilen. Wie dem auch sei. Es ist schon fast Tradition mit meinen beiden dann nachts in ein in der Nähe liegendes Naturschutzgebiet zu fahren und dort zusammen mit der Ruhe und den vielen Waldbewohner den Jahreswechsel zu erleben.

Gesagt getan. Ich war mir nicht sicher was ich anziehen sollte. Ein Blick auf das Thermometer sagte mir aber, das die Idee kurze Hose und T-Shirt wohl nicht passend ist. Die beiden hatten auch schon Ihren Fellmantel angezogen, so dass ich mich ebenfalls in etwas dickeres Linen kleidete. (Ich liebe es, wenn man nachschlagen muss was ich meinte!)

Wir sind dann los, bei Frühlingshaften 10 Grad, wohlgemerkt UNTER NULL. Ich formuliere es mal für jene sich darunter nix vorstellen können anders: Es war schlichtweg SAU KALT.


Aber Du kennst das ja, was macht man nicht alles für seine kleinen. Im Wald selbst, keine besonderen Vorkommnisse. Okay, in diesem Jahr haben wir noch ein paar Leute getroffen, die die gleiche Idee hatten. Ansonsten alles ruhig. So gegen zwei waren wir dann wieder dort, wo es eine Kaffeemaschine und auch Hundefutter gibt, sowie ein Lager auf das ich mein müdes Haupt dann betten kann, wenn eben dieses Lager nicht besetzt ist. War nicht, also habe ich die Gunst der Stunde genossen und mich niedergelegt. Ich darf es zart andeuten: Niederlegen, Augenschließen und in einen komatösen zustand fallen, das alles zusammen war so eine Geschichte von etwas weniger als einer Sekunde. Oder auch hier, etwas griffiger Formuliert: Ich war Müde, also so richtig Müde.

Heute Morgen nun, ich erwachte. Soll ich was sagen: Es war draußen noch genau so kalt wie gestern Abend. Macht nix, Kaffee, intravenös, Kippe, ich weiß soll ich nicht, mach ich aber trotzdem, langsam in den Tag gleiten. Näpfe füllen, nicht für mich, für die beiden. Buttermilch für mich. Und dann: Hallo 2017 ist bin wach, also fast wach.

Anziehen. Ich gestehe, ich bin zwar, wie soll ich sagen, noch kein alter Mann (Obwohl wenn ich manchmal so morgens in den Spiegel sehe, dieser Eindruck durchaus entstehen könnte), aber heute musste es denn doch sein. Was ja nun auch egal ist, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Fee im Wald kennenlerne welche sich sozusagen also im Stehen am Baum und so, nee also das ist eher unwahrscheinlich. Also war es egal ich konnte, also na ja, Du weißt schon die hässlichen langen… (Und jetzt bitte reiß Dich mal zusammen, also das Kopf Kino mit dem Baum, ich bitte Dich, wir haben Sonntag… )

Wir also ab ins Auto und ab in den selbigen, also den Wald. War schön, okay, kalt, aber schön.

Wir unterbrechen hier mal die Ausführungen und wollen folgendes Festhalten: Es gibt tatsächlich Mitteleuropäer, also in dem Falle zumindest einen, der sich zum Jahreswechsel nicht die Kirsche zuziehen, keine Schwarzpulverorgien auf offener Straße abziehen und auch nicht Dumm in die Flimmerkiste sehen muss um das neue Jahr gebührend zu empfangen. Ja danke, ich weiß selbst, dass ich einer von den guten, also den wirklich guten bin. – Aber weiter im Text.

So nach knapp zwei Stunden war es dann soweit. Meine Finger, also alle Finger waren schon abgefroren. Die Ohren, waren zwar noch da, sonst hält die Brille ja nicht, aber die waren auch wirklich kalt. Aber zum einen was macht man nicht alles für die lieben kleinen und zum zweiten, wofür hat ER uns das fließend heiße Wasser erfinden lassen, welches aus der Wand kommt und ein Behältnis füllt, das der Volksmund Badewanne nennt. In dieses Behältnis wollte ich ihn, den durch Laufen im Wald, ab und an durch körperlicher Ertüchtigung geformten und durch die Zuführung von Buttermilch und ähnlich Nahrhaften Speisen wohlfeilen Körper legen. (Damit wir uns hier nicht Missverstehen, ich spreche hier von MIR!). (Auch hier zu Klärung: Ist der Typ, also ich, wirklich so selbstverliebt? – Jep, ist er!)

Ich freute mich also auf die Warme, nein auf die heiße, Badewanne die alles das was mir vor Kälte abgestorben ist, wieder zum Leben erwecken wird. Das leben kann so schön und einfach sein.

Du kennst das, Du kommst dann nach Hause. Klamotten aus, Teewasser an, während das warm wird, okay ich habe so eine Tee-Maschine von Teekanne, also nicht Wasserkocher, egal aber auch die muss warm werden, also in der Zeit rauf ins Badezimmer. Badewasser anmachen. Wieder runter Tee machen.

Ich habe mich hier, für eine Geschmacksrichtung entschieden, welche bei dem Wetter zwar nicht auf der Hand liegt, aber dennoch einen gewissen Bezug zur vorherigen Tätigkeit hatte: Waldfrucht. Riecht nicht nur lecker schmeckt auch noch gut. Das Leben kann so schön, so einfach sein.

Ich habe dann diese Tasse genommen, bin nach oben gegangen. (Die Beschreibung des Entkleidens erspare ich Dir jetzt mal, denn ich möchte nicht das Du Dich langweilst… ) . Dann mit der Tasse ins Badezimmer. Komisch irgendwas ist anders als sonst. Egal. Ein zielsicherer Griff und meine Hand hat die Flasche mit diesem Ultrageilem Badezusatz in der Hand. Ab damit ins Wasser. Flasche wegstellen. Und jetzt mit der Hand in das kalte Wasser um den Zusatz schön zu verteilen. Es soll ja schön Schaum geben. – Ähm, Moment, … Und jetzt mit der Hand in das kalte Wasser?

Mal überlegen ich glaube es ist dieses Wort KALT. Also wie soll ich sagen, WARM also das Gegenteil von KALT ist, dass was ich haben wollte. Nein, ich habe nicht den verkehrten Hahn aufgedreht. Aus dem Warm Wasserhahn kommt KALTES, nein EISKALTES Wasser. Mein Anstand, meine gute Kinderstube und meine natürliche Gelassenheit, verbieten mir hier jene Worte zu wiederholen welche ich sagte und dachte. Nur so viel, durch die Tatsache meiner Sozialisierung im Ruhrgebiet, einer ganzen Zeit welche ich im Kreise von Motorradfahren verbrachte und schlicht die Lebenserfahrung, erlauben mit auf Ausdrücke zuzugreifen, welche Dir eine leichte Röte des Entsetzens ins Gesicht treiben würden, also lasse ich das hier mal.

Runter in den Keller. Dort steht sie. Sie das ist eine Heizung welche mittels Fossiler Festbrennstoffe KALTES Wasser in Heißes Wasser verwandeln kann, wenn sie will. Das hat nun nix mit Magie, Zauberei oder Zufall zu tun, sondern schlicht mit Physik. Wie gesagt ein Wunderwerk der Technik. Eine Freundin von mir würde jetzt wieder sagen: Ich habe nix gemacht. Okay, im Gegensatz zu jener Dame aber, habe ich wirklich nix gemacht. Die Heizung selbst lief auch, sich machte das was sie machen sollte. Sie verbrannte Pellets, welche dafür sorgen das durch einfach Physikalische Grundsätze Wasser erhitzt wird, welches mir dann in diversen Entnahmestellen, also Wasserhähnen, im Haus zur Verfügung steht. In der Theorie. (Wenn ich diesen Ansatz so lese, sind wir ehrlich, liest sich gut, gell?)

Wie gesagt in der Theorie. Das Wasser im Pufferspeicher, ich erspare Dir jetzt mal zu erklären was das ist, war aber dennoch nur KALTES Wasser. Ich oute mich jetzt, ich bin Warmduscher, ich weiß Du hast es vermutet, mit KALTEM Wasser kann ich im Pufferspeicher nun nix, aber grad mal gar nix anfangen!!!
Wo ist das Telefon. Ich, der ich an das Gute im Menschen glaube, glaube nicht nur daran, also an das Gute im Menschen, sondern auch daran das ich am 1. Januar, also einem Tag an dem wahrscheinlich halb Europa morgens um 10:30 Uhr noch besoffen in der Ecke liegt, einen Heizungsbauer ans Telefon zu bekommen. Die Nummer des Unternehmens meines Vertrauens rausgesucht, wählen. Es klingelt, Du kennst diesen lieblichen Ton im Hörer, wenn die Gegenstelle nicht besetzt ist.

Mal überlegen, ich habe in den letzten Jahren immer, aber wirklich immer meinen Spinat gegessen, ich habe immer meinen Teller leergemacht und habe auch keine alte Omi die Treppe runtergeschupst. Also, lieber Gott, ich weiß Du kannst alles, also sei so nett und lass nicht den Anrufbeantworter drangehen. Bitte.

Während ich so den Hörer ans Ohr presse, wandert meine andere Hand mal eben, an einen Heizkörper. Ähm, K A L T! Panik steigt langsam in mir hoch. Verzweiflung. Machen wir es kurz, ich hätte heulen können, aber so richtig.

Und jetzt, wie soll ich sagen, Sie hat wohl einen guten Tag (Im Zuge der Tatsache das wir ja die Gleichberechtigung anstreben, gehe ich mal davon aus Das Gott eine Frau ist). Es hebt jemand ab. Ein Mensch. Und so wie es sich anhört ein Mensch der nüchtern ist. Ist das die Rettung?

Ich schildere mein Problem. In allen Farben die mir möglich sind. Ich bemühe mich nicht zu drängen, bin nett und habe sogar eine lustigen Spruch auf den Lippen. Was soll ich sagen, es kommen jene Worte, welche ich in einem anderen Zusammenhang zwar kenne, welche mir aber nun in einem neuen Licht erscheinen. Er der am Telefon ist, Heizungsbauer wie mir scheint sagt: Ich komme.

(Mal so am Rande, kannst Du mir bitte mal sagen warum sein Satz Dich jetzt zum Grinsen verleitet hat, ich muss mich doch sehr Wundern ! )

Okay. Nach 30 Minuten, war ein Handwerker aus Fleisch und Blut in meinem Keller, an meiner Heizung am 1. Januar. Sag mir noch mal einer es gibt keine Wunder. Er machte dies er machte das, er trank meinen Kaffee, rauchte meine Zigaretten. Erzählte mir Technische Details zu Heizungen von denen ich bisher nicht mal wusste das es die gab, also die Details um dann Zielsicher auf ein Ventil zu zeigen das schlicht nicht mehr mitspielen wollte.

Ich habe diese Lichtgestalt des deutschen Handwerks dann gefragt warum sowas immer an Tagen passieren muss die eben solche Tage sind, wie der heutige Tag. Also ein Sonntag oder ein Feiertag oder gar ein Sonntag der ein Feiertag ist. Seine Antwort war für mich eine Offenbarung und zeigt mir, dass es noch eine Menge Geheimnisse zu Lüften gibt für mich, für das Handwerkswesen und auch für die Menschheit also solches. Er sprach und ich darf hier Zitieren in Andacht und Demut: Wissen Sie, ich arbeite seit fast 36 Jahren als Heizungsbauer, aber warum das so ist, das habe ich auch noch nicht rausgefunden!

Zurück zum Ventil, das dafür sorgte das ich im Keller stehe. Ich fragte ganz vorsichtig, ich wollte den guten ja nicht verschrecken: Sie haben das Ersatzteil aber nicht dabei und auch nicht auf Lager, richtig? Er sah mich an, mit offenen ehrlichen Augen. Nein, diese Augen, wäre ich eine Frau, ich hätte mich ihm hingegeben, er öffnete seinen Mund und es kam das Wort, welche den Tag zu dem machte was er war. Das Wort, das ich hier mit Wiederwillen, mit Entsetzen und Abscheu wiederhole: Richtig!

Machen wir es kurz: Er versprach mir, morgen kommt er wieder, mit dem Ersatzteil und ich nehme mal an mit einer Rechnung bei der ich mich Übergeben werde, um dafür zu sorgen das wieder warmes Wasser aus der Wand kommt.


Die erste Seite des Buches ist gefüllt. Ich habe mich nicht Aufgeregt (Also nur so ein wenig). Ich glaube ich sollte mal die Protagonistin anschreiben, die ich eingangs Zitierte und Sie fragen, ob es immer noch ein Buch ist, wenn ich die Seite zum ersten Tag des Jahres raus reiße wegschmeiße und so tue als wenn das Jahr am 2. Januar anfängt.

Kommentare

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Fake 10.01.2017 um 23:31

Deine Worte:
Ich befürchte mal, das wird mir schwerfallen, schließlich haben wir in diesem Jahr Bundestagswahlen und ich nehme mal an, dass Menschen mit einem Lückenhaften geschichtlichem Gedächtnis Sachen absondern werden, bei denen ich schlicht nicht ruhig sein darf, ergo werde ich mich aufregen. Egal.

Dann reg Dich mal auf....

JA Ja, wir schaffen das. Aber die Nächstenliebe hat auch seine Grenzen.
 

Lawrence 11.01.2017 um 15:58

@Fake: Ich habe zwar Nächstenliebe nicht erwähnt... Ich kann Dir aber versichern, die hat keine Grenzen
 

Fake 12.01.2017 um 23:27

@ Lawrence:
Nein, Du hast das Wort Nächstenliebe nicht erwähnt. Aber es spiegelt sich in Deinen Einträgen wieder.

Komisch, dass man in den Medien über den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt nix mehr hört?

Wenn Leute wie ich - ein Kind haben, die an solchen Ereignissen teil haben möchten - macht man sich ständig
Sorgen - weil nix mehr so ist wie es einmal war.

Unsere Zukunft wird mit Angst und Sorge erfüllt sein....

Denk einmal daran, wenn es die Hundekiller gäbe - dann würdest Du auch anders darüber denken -
nicht wahr....
 

Martina19 14.01.2017 um 18:26

Hallo Lawrence,
du hast ja einen schönen Roman geschrieben zu deinem Problem am 1. Januar.
ich gehe mal davon aus, dass deine Heizung plus Warmwasser wieder funktioniert.
Aber finde es trotzdem komisch, dass dein Heizungsmonteur dieses Ersatzteil nicht dabei hatte. Eine Dichtung dürfte doch kein Problem darstellen.
Wünsche Dir weiterhin ein schönes Duschen und Baden.
Gruß
Petra
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