Volksmeinung im Internet ist Maschinenmeinung
06.09.2026 06:33
Volksmeinung im Internet ist Maschinenmeinung
06.09.2026 06:33
Volksmeinung im Internet ist Maschinenmeinung
Ein großer Teil des Internets ist längst keine menschliche Unterhaltung mehr, sondern Maschinenverkehr. Nach dem Imperva/Thales-Report für 2025 stammen rund 53 Prozent des Web-Traffics von Bots – das zweite Jahr in Folge mehr als von Menschen. Davon gelten etwa 13 Prozent als nützliche Automatisierung: Suchmaschinen, Monitoring, Indexierung. Die restlichen 40 Prozent sind „bad bots“: Scraping, Account-Diebstahl, Betrug, künstliche Reichweite. Meta entfernt allein auf Facebook in einzelnen Quartalen über eine Milliarde Fake-Accounts; über ein Jahr summiert sich das auf mehrere Milliarden. Wer glaubt, Likes und Kommentarfluten seien Volksmeinung, misst oft Industrie.
Bots an sich sind kein Skandal. Kleine Programme erleichtern Verwaltung, Suche und Infrastruktur – ohne sie wäre das Netz kaum nutzbar. Das Problem beginnt, wo dieselben Werkzeuge gezielt gekauft werden, um Mehrheiten zu simulieren. Farm-Racks voller Handys und Bildschirme sind kein Science-Fiction-Set, sondern ein Geschäftsmodell: bezahlte Aufmerksamkeit, künstliche Empörung, politische Stimmung als Dienstleistung. AI-gestützte Angriffe sind laut denselben Reports binnen eines Jahres um ein Vielfaches gestiegen. Sichtbare Einigkeit in den Kommentaren ist deshalb oft kein Beweis für Wahrheit, sondern für Budget.
Genau hier zeigt sich die Schwäche totaler Anonymität. Sie schützt Dissidenten – und zugleich Betrüger, die ohne Gesicht Meinung, Betrug und Einschüchterung skalieren. Wer Anonymität zum Heiligen Gral erklärt, ignoriert, dass vollständige Unsichtbarkeit die Kosten für Missbrauch senkt. 100 Prozent Anonymität funktioniert deshalb nicht optimal: Ohne jede Zuschreibbarkeit bleibt nur Vertrauen in Plattformen, die selbst Milliarden Fake-Konten produzieren und wieder löschen. Nötig ist nicht der gläserne Bürger, sondern die Unterscheidung zwischen nützlicher Automatisierung und industrieller Täuschung – und der Mut, identische Kommentarwellen nicht für Volk zu halten.
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🙂
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Jetzt
Der zurückgetretene Unionsfraktionschef Jens Spahn bleibt im Bundestag und soll nun Mitglied des Haushaltsausschusses werden. Kein Witz! Der Typ, der Milliarden Euro Steuergelder für sinnlose Corona-Masken verbrannt hat, soll als Kontroletti im Ausschuss arbeiten.
Mehr Sarkasmus und Verhöhnung der Bürger geht nicht …
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