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Letzte Wünsche

Letzte Wünsche
Antworten in einem anderen Blog bringen mich darauf. 

Ist es wichtiger, letzte Wünsche zu erfüllen, oder so zu handeln, dass man als Angehöriger damit leben kann?
Sollte man seine letzten Wünsche nicht auch in Gedanken an die Hinterbliebenen formulieren? 

Ich habe meinem Sohn gesagt, wenn es mal so weit ist; möge es noch sehr lange hin sein; würde ich gerne in Holland verbrannt werden, weil man dort die Asche mitnehmen darf. Vielleicht ist es bis dahin ja auch in Deutschland möglich. 
Mit der Asche soll er machen, was für ihn am besten ist. Er soll z.B. nicht ein Grab pflegen müssen, wenn er das nicht möchte.

Ich würde mir wünschen, dass ein Teil an meinem Herzensort am Strand verstreut wird. Aber nur wenn - und zu einem Zeitpunkt, an dem es für ihn passt. Auch wenn das Jahre später sein sollte. 

Ich möchte nicht, dass jemand noch zusätzlich leiden muss, weil ein letzter Wunsch von mir erfüllt werden soll. Viele sehen das anders. Wie ist es bei Euch?

Kommentare

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(Nutzer gelöscht) 01.08.2025 12:08
Die eigenen Lebensumstände können sich komplett verändern. Das haben sicher die meisten hier schon selbst erfahren. 

Was mir persönlich vor einigen Jahren noch wichtig war, hat heute keine Bedeutung mehr. Zum Beispiel die Wahl meiner letzten Ruhestätte, denn da liegt inzwischen mein Focus geographisch ganz woanders als dies zu einem anderen Zeitpunkt der Fall war.

Ich würde mir schon wünschen, daß diesbezüglich mein letzter Wille respektiert wird. Obwohl ich es ja gar nicht mehr selber erlebe und es mir von daher eigentlich auch egal sein könnte. 🥴
 
(Nutzer gelöscht) 01.08.2025 12:19
Ich habe entschieden, dass ich diese Aufgabe einer lieben, netten und schönen Frau aus Bayern übergebe. 

Sie und nur sie weiß, wie ich den Weg nach Hause finde. Man spricht ja über so vieles und weiß voneinander.
 
Zeli 01.08.2025 12:38
DER Aussage schließe ich mich an

"Zum Beispiel die Wahl meiner letzten Ruhestätte, denn da liegt inzwischen mein Focus geographisch ganz woanders als dies zu einem anderen Zeitpunkt der Fall war."

meine frontscheibe war ja schon einmal ziel von vandalismus, weil am innenspiegel die bekenntnis zu meiner religion hängt, und ich auch schon mal "blöd angemacht wurde", weil ich dieses auch um den hals trage:  ein jesuskreuz. 

damit nach meinem ableben meinem grabstein nicht etwas ähnliches passiert, habe ich meinen wunsch schon kund getan, in meinem geburtsland die letzte ruhe zu finden, wo man dieser gefahr nicht ausgesetzt ist. auch in 20 jahren nicht.
 
Jungfrau1 01.08.2025 12:49
Jenny ,ich bin der Meinung das jeder letzte Wunsch eine Zumutung ist.Man sollte und kann es auch vorher alles regeln und bezahlen so das keiner mehr nach dem Ableben damit zu tun hat.Auf das was andere hinterher wirklich machen kann man eh nicht kontrollieren.Oder will man sich mit dem letzten Wunsch nur den Tod erträglicher machen.
 
Jenny 01.08.2025 13:08
Oder will man sich mit dem letzten Wunsch nur den Tod erträglicher machen.

Das ist eine gute Frage...
 
W202 01.08.2025 13:40
Mein letzter Wunsch 

Mich nur bis zum Bauchnabel,also von den Füßen bis zum Bauchnabel begraben lassen, somit kann ich die Grabpflege dann selbst erledigen.
 
Jungfrau1 01.08.2025 15:05
Das Diamantenpressen ist eine saubere Lösung. Man stirbt und eine Nummer wird angerufen.Dann wird man abgeholt und weg ist man.Verbrannt und Asche gepresst  und Diamanten zugeschickt.Alles vorher bezahlt zu einem Festpreis auf Treuhänderkonto.Kein Stress,keine Beerdigung ,kein Grab. Und die Diamanten können für immer weitergegeben werden oder verkauft sie ,oder macht nen Fliesenschneider draus.😉
 
RedAngel 01.08.2025 15:24
15:05

Geniale Idee/Lösung 👍👍🖤
 
RedAngel 01.08.2025 15:36
Jenny, 
wäre eine See Bestattung in Holland evtl. eine Lösung für dich. Wirst in Deutschland verbrannt und in Holland auf See mit einer sich im Meer auflösenden Urne bestattet mit Familie oder ohne Familie an Bord des Schiffes, das aufs Meer fährt. Das kann ein Beerdigungsinstitut regeln. 
Wenn dein Sohn noch ewig mit den Überresten deiner Asche zu tun hat, finde ich das für ihn sehr belastend.
 
RedAngel 01.08.2025 15:50
Wenn man einem Angehörigen/Partner ein Andenken hinterlassen will, kann man einen Anhänger mit einem Fingerabdruck in Silber oder Gold machen lassen. Der Abdruck wird vor der Verbrennung/Beerdigung abgenommen. Der Durchmesser liegt bei maximal 1cm. Ich finde das ein schönes Andenken für den Partner zB. wenn es keine Grabstelle gibt.
Das wurde mir vom Beerdigungsinstitut als Hinterbliebene vorgeschlagen.
 
Jenny 01.08.2025 15:56
RedAngel, wir haben das schon ausreichend besprochen. Er muss das ja nicht machen; mit Holland, wenn, oder so lange es ihn zu sehr belasten würde. Aber er soll entscheiden, was er wann machen möchte, oder eben nicht. Und was belastender für ihn ist. Das kann er besser beurteilen, als Außenstehende.
 
RedAngel 01.08.2025 16:13
Jenny, wenn du das so mit deinem Sohn besprochen hast und er möchte es so durchziehen, ist es okay. Ich dachte nur mit einer Seebestattung in Holland ist sofort alles geregelt.
 
Birgit57 01.08.2025 16:45
Man Mann ist im Ruheforst bestattet, da kann ich aber nicht mehr unter den gleichen Baum, wie mal gedacht, weil der voll ist.
Meine Eltern sind auf See bestattet, war auch eine schöne Bestattung. Ein Sohn liegt normal auf einem Friedhof. Meine anderen Kinder hätten gerne für mich einen Ort, der für alle nahe ist. Friedwald bzw Ruheforst ist ihnen zu weit weg, See auch. Also sollen sie sich zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was ihnen gefällt. Ich persönlich brauche keinen Ort zum Trauern oder zur Erinnerung, die habe ich im Herzen, das sind eher die Orte, mit denen mich eine Geschichte mit den Lieben verbindet
 
(Nutzer gelöscht) 01.08.2025 18:21
Ich sehe diese Frage aus zwei Perspektiven:

Der letzte Wunsch eines Verstorbenen an mich würde ich immer versuchen zu erfüllen. Denn es ist ja eigentlich genau das was dieser Mensch sich von mir als „letztes Geleit“ gewünscht hat. Und diesen Wunsch würde ich gerne erfüllen wollen.

Was mich selber betrifft (und einen möglichen Wunsch von mir) gibt es nur eines was ich „hinterlassen“ wollen würde….

(Da ich jetzt kein Video einstellen mag, ein Auszug aus dem Lied „Euch zum Geleit“ von Schandmaul:


Wollt ihr mich sehn,
So schließt die Augen.
Wollt ihr mich hörn,
So lauscht dem Wind.
Wollt ihr mich sehn,
Schaut in die Sterne.
Wollt ihr mich hörn,
Kommt an den Fluss.
 
Schwatti66 01.08.2025 18:39
Für mich persönlich war es selbstverständlich, dass der letzte Wunsch meines Vaters umgesetzt wurde. Er wollte eine Trauerfeier (für alle) und später im engsten Familienkreis eine Seebestattung.

Meine Mutter hat sich nie mit dem Tod beschäftigt, nur sie hatte mal beiläufig erwähnt, dass sie nicht verbrannt werden möchte. Da sie kurz vor Ostern gestorben ist und die katholische Kirche bei uns in der Stadt überhaupt nicht flexibel war, konnten wir ihren letzten Wunsch nicht umsetzen. Es hätte zeitlich nicht gepasst, dass man allen kurzfristig die Möglichkeit gibt, sich zu verabschieden, also haben wir uns für eine Einäscherung entschieden. Dieser Umstand belastet mich sehr!

Meinen Kinder habe ich daraufhin gesagt, sie sollen selbst entscheiden, wo und wie ich mal beerdigt werde.
 
Jenny 01.08.2025 18:55
Schwatti, ich wünschte, ich könnte Dir diese Belastung nehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Seele noch da ist, wenn der Körper gestorben ist und es für Deine Mutter inzwischen völlig in Ordnung ist, wie es vonstatten gegangen ist. 

Deine Kinder werden Dir bestimmt dankbar sein, wenn sie mal selbst entscheiden können. Vorausgesetzt, sie sind sich dann einig.
 
(Nutzer gelöscht) 01.08.2025 21:01
Mein letzter Wunsch war und ist
Da man die Asche immer noch nicht mit nach hause nehmen darf, kein Schwätzer am Grab, keine Feier (Freudenfest - der ist endlich weg) verbuddeln und gut. Billigstes anonymes Grab nehmen.
sofern 'Asche mit nach hause nehmen' dann erlaubt sein sollte, dann bei West-Sturm, morgens um die Frühstückszeit auf der Friedhofsmauer (ist westlich vom Dorf) ausstreuen, damit all die Dörfler. die sich ihr Mundwerk über mich zerreißen, mich mal richtig zwischen die Zähne bekommen.
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 13:44
Krematorium Prag, Asche kann abgeholt werden und auf dem Heimweg im Friedenswald verstreuen...pragmatisch, praktisch, gut...
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 16:34
Der letzte Wunsch eines Angehörigen sollte unter allen Umständen akzeptiert und ausgeführt werden, auch wenn es für den "Ausführenden" mit Schmerz oder extremen Aufwand verbunden ist.

Ich nenne es Respekt vor dem "letzten Willen"!
 
Jenny 02.08.2025 16:46
Ich nenne es Respekt vor dem "letzten Willen"!

Kann man so sehen. Was ist mit dem Respekt vor den Trauernden? Die sind ja diejenigen, die den Schmerz noch spüren - im Gegensatz zu dem Dahingeschiedenen - von dem ich ganz sicher bin, dass er möchte, dass es seinen Lieben so gut wie eben möglich geht - völlig unabhängig davon, was er vor seinem Ableben mal festgelegt hat...
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 17:24
Für mich stand und steht der letzte Wille des Verstorbenen im Vordergrund, dieser wurde nicht umsonst geäußert /verfasst - egal wann und wo - 

Als hinterbliebener ist der Schmerz nicht minder oder mehr, wenn ich den letzten Willen akzeptiere/toleriere/ umsetze unabhängig von dem was ich für richtig halte.
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 17:28
"Hinterbliebener"...
 
Jenny 02.08.2025 17:52
Als hinterbliebener ist der Schmerz nicht minder oder mehr, wenn ich den letzten Willen akzeptiere/toleriere/ umsetze unabhängig von dem was ich für richtig halte.

Das kann man so allgemeingültig doch gar nicht sagen. Meine Tochter hatte nie Wünsche geäußert; man geht ja auch nicht davon aus, dass man seine Kinder überlebt. Außer, dass sie verbrannt werden wollte; das hatte sie mal erwähnt.
Ich weiß von anderen Eltern, bei denen die halbe Schule bei der Beisetzung war. Das hätte ich nicht gekonnt; dazu wäre ich absolut nicht in der Lage gewesen; das habe ich auch so an ihre Freundinnen kommuniziert. 
Es war wichtig, dass WIR diesen Tag irgendwie überstehen; das war schon schwer genug.

Und so gibt es sicherlich nicht wenige Menschen, für die irgendein Zirkus, den sich der Verblichene vielleicht gewünscht hat, ein unmenschlicher Kraftakt an einem solchen Tag, der eh so schwer ist, wäre.
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 18:00
Wenn ein Angehöriger "geht" ist es immer schwer, ich mag so etwas auch nicht gerne "diskutieren", deshalb belasse ich es bei meinen Kommentaren.
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 20:22
Wenn das was jetzt kommt unpassend ist, lösche es gerne Jenny.

Mal ganz proaktiv:

Jede Religion die ich kenne sagt deutlich das es nach dem Leben hier weiter geht.
Sollten wir uns dann mit demjenigen der „geht“ nicht eher freuen, statt zu trauern?
 
Jenny 02.08.2025 20:26
Sollten wir uns dann mit demjenigen der „geht“ nicht eher freuen, statt zu trauern?

Für denjenigen ist ja auch schön. Aber eben nicht für die, die noch hier sind und um ihn trauern. Dass man weiß, dass der Verstorbene es jetzt schön hat, ändert ja nichts daran, wie sehr man ihn als Hinterbliebener in diesem Leben vermisst; wie gerne man noch alles mit ihm zusammen erlebt hätte.
 
(Nutzer gelöscht) 02.08.2025 20:33
Jenny, ich weiß das dies ein sehr emotionales Thema bei dir ist und ich bin sehr, sehr froh das ich diese Erfahrung noch nie machen musste….

Aber meine Meinung/Einstellung ist:
In erster Linie geht es um denjenigen der gegangen ist….
 
Jenny 02.08.2025 20:54
Dann sind wir unterschiedlicher Meinung, was das betrifft, Rheinpirat, das ist ja völlig in Ordnung.
 
DerSkorpion 02.08.2025 23:42
Letzte Willen soll vorher kommuniziert werden und nur als Empfehlung …

 Ich bin kein Fan von unerwarteten Ereignissen/ Aufgaben aus dem Jenseits, und ich würde sie auch niemand anderem zumuten.😉
 
Jungfrau1 03.08.2025 09:35
Gibt es ein Recht auf den letzten Willen.
 
Jenny 03.08.2025 10:14
Letzte Willen soll vorher kommuniziert werden und nur als Empfehlung

Ja, das wäre gut. Dann hätten die Angehörigen schon mal die Möglichkeit, zu sagen, dass das vielleicht zu viel ist. Auch wenn man das oft erst in der Situation selbst wirklich weiß. 

Gibt es ein Recht auf den letzten Willen.

Ein Recht, im Sinne von "das MUSS so stattfinden", sicher nicht. Um die Frage nach dem "moralischen Recht" geht es mir ja hier. 
Wobei wir hier ja ausschließlich vom Ablauf der Beisetzung etc. sprechen - nicht vom letzten Willen im Sinne von Testament, Erben usw.
 
Jungfrau1 03.08.2025 12:03
Erfüllt man den letzten Willen als Eigennutz.Ist der letzte Wille so stark das er bei Erfüllung alle vorhergegangenen Dinge auslöscht und eine abschliesende Befreiung von diesen darstellt. Nach dem Motto,letzter Wille erfüllt und Ruhe ist.
 
Jenny 03.08.2025 12:41
Ist der letzte Wille so stark das er bei Erfüllung alle vorhergegangenen Dinge auslöscht und eine abschliesende Befreiung von diesen darstellt. Nach dem Motto,letzter Wille erfüllt und Ruhe ist.

Du meinst quasi als Absolution für alles, was vorher zwischen einem selbst und dem Verstorbenen stand? Das glaube ich eher nicht.
 
Jungfrau1 03.08.2025 12:54
Oder Erfüllt man den letzten Willen um dessen Heimsuchung zu entgehen oder selbst im Jenseits von diesem in Ruhe gelassen zu werden. Oder eine Entschuldigung an den Toten da man ein schlechtes Gewissen hat ihm zu Lebzeiten manch Hilfe versagt zu haben.
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